Betrug bei Kleinanzeigen

Das Por­tal “Klein­an­zei­gen” (ehe­mals ebay Klein­an­zei­gen) war immer schon von Betrü­gern und Trol­len durch­seucht. Ich nut­ze das Por­tal den­noch, weil hier noch immer die Men­schen Din­ge ver­kau­fen, die ebay miss­trau­isch gegen­über sind oder weil Din­ge auf ebay nicht ver­kauft wer­den dür­fen, wie z.B. leben­de Gar­ne­len für ein Süß­was­ser­aqua­ri­um. Dabei sto­ße ich auf immer dreis­te­re Maschen, und zei­ge mit die­sem Bei­trag mal die gän­gigs­ten Vari­an­ten.

Das Super-Schnäpp­chen

Es beginnt meist damit, dass man auf Klein­an­zei­gen ein Super-Schnäpp­chen ent­deckt. Meist liegt der ange­bo­te­ne Arti­kel preis­lich unge­wöhn­lich nied­rig. Manch­mal sug­ge­riert der Ver­käu­fer in sei­ner Beschrei­bung, dass er unbe­darft ist oder dass es sich um einen Not­ver­kauf han­delt.

Vor­sicht ist immer gebo­ten, wenn ein Arti­kel zu einem unge­wöhn­lich nied­ri­gen Preis ange­bo­ten wird.

Kei­ne Abho­lung mög­lich

Es gibt natür­lich die Ver­käu­fer, die ihre ange­bo­te­nen Arti­kel nicht ver­sen­den möch­ten und aus­schließ­lich eine Abho­lung for­dern. Das ist nor­mal. Möch­te ein Ver­käu­fer hin­ge­gen aus­schließ­lich ver­sen­den, so ist dies das ers­te Anzei­chen, miss­trau­isch zu wer­den. Ist dies der Fall, so wird für gewöhn­lich auch eine Über­ga­be an einem neu­tra­len Ort ver­wei­gert. 

Letz­te­res wür­de ich nur in Aus­nah­men anbie­ten und wenn es dazu kommt, nie­mals allei­ne auf­tau­chen.

Zah­lung nur außer­halb der Platt­form

Hier hat sich das Por­tal Klein­an­zei­gen in mei­nen Augen ein Eigen­tor geschos­sen. Wäh­rend man für den Käu­fer­schutz bei Pay­pal 2,49% + 0,35 € zahlt, so sind es bei Klein­an­zei­gen 4,5% + 0,50€. Das macht bei hoch­prei­si­gen Pro­duk­ten eini­ges aus. Also wei­chen vie­le auf Pay­pal aus.

In den Anfän­gen woll­te Klein­an­zei­gen das ver­hin­dern, in dem es ver­bo­ten war, eine Mail­adres­se zu pos­ten. Mitt­ler­wei­le haben sie ein­ge­se­hen, dass das Schwach­sinn ist und gegen nur eine ent­spre­chen­de War­nung vor Betrug her­aus.

Bei Pay­pal kann man Geld unver­si­chert und kos­ten­frei an Freun­de sen­den oder mit einem Käu­fer­schutz gegen Gebühr. Es ist logisch, dass der Ver­käu­fer den Käu­fer über­re­den möch­te, das Geld als Freund zu ver­sen­den.

Hier ein paar Argu­men­te, die die Ver­käu­fer ger­ne anbrin­gen.

Das Geld ist mit dem Käu­fer­schutz nicht direkt ver­füg­bar.

Das ist natür­lich Quatsch, denn egal, wie man Geld bei Pay­pal sen­det, es ist direkt ver­füg­bar.
Aus­nah­me: Der Ver­käu­fer nutzt ein pri­va­tes unbe­stä­tig­tes Pay­pal-Kon­to. Dann muss er die Annah­me unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen bestä­ti­gen. Macht er dies nicht, kann er das Geld nicht emp­fan­gen und der Käu­fer kann die Pay­pal-Zah­lung stor­nie­ren. Ist dies der Fall, dann lie­gen in jedem Fall betrü­ge­ri­sche Absich­ten vor. Alle ande­ren Tran­sk­tio­nen kann man bei pay­pal nicht stor­nie­ren.

Ich brauch das Geld sofort weil …

und jetzt folgt eine rühr­se­li­ge Geschich­te, mit der unter­mau­ert wer­den soll, dass man doch das Geld mög­lichst schnell sen­den möge. Meist ist es eine Beer­di­gung oder ein drin­gen­der Flug von oder zu irgend­ei­nem Ver­wand­ten. Und natür­lich woll­te der Ver­käu­fer die­se Geschich­te nicht so öffent­lich her­aus­plau­dern, aber weil man ja einen so sym­pa­thi­schen Ein­druck hin­ter­las­sen hat, macht er eine Aus­nah­me.

TIPP: Mitt­ler­wei­le bie­te ich den Ver­käu­fern an, die Pay­pal-Gebüh­ren zu über­neh­men. Dafür gibt es online Gebüh­ren-Rech­ner, die aus­rech­nen, wie viel ich dem Ver­käu­fer in die­sem Fall über­wei­sen muss.

Der ande­re Käu­fer war­tet schon

Auch das ist ein Stan­dard­spruch, mit dem der Ver­käu­fer Druck aus­üben möch­te. Er behaup­tet, dass er noch ande­re Anfra­gen hat, denen er das Gerät dann eben ver­kauft, wenn man selbst nicht zugreift.

Hier darf man dann ger­ne dem Ver­käu­fer mit­tei­len, dass das ok ist, wenn er das Gerät einem ande­ren Käu­fer anbie­tet. Nicht sel­ten springt die­se dann näm­lich spon­tan ab und man kön­ne das Gerät dann doch kau­fen.

TIPP: Nicht unter Druck set­zen las­sen und mit Gelas­sen­heit die Risi­ken abwä­gen.

Schau her, mein Per­so­nal­aus­weis

Rela­tiv neu ist das Ange­bot, dass man doch ein Foto von sei­nem Per­so­nal­aus­weis schi­cken kann. Als Beweis, dass man dem Ver­käu­fer ver­trau­en kann. Auch hier wird natür­lich ver­si­chert, dass man das nor­ma­ler­wei­se nicht mach­te, aber aus­nahms­wei­se nur in die­sem Fall.

Es wird dann die­ses Foto oder ein ähn­li­ches ver­sen­det. Der Trick dabei? Es ist ein bear­bei­te­tes Foto. Die Ver­pi­xelung kommt von mir, da die­se arme Figur ver­mut­lich oft als Beweis­fo­to ver­wen­det wird, aber der unle­ser­li­che Per­so kommt vom Ver­käu­fer. Wer ach­tet schon dar­auf, ob die Num­mer oder der Name auf dem Aus­weis zu sehen ist.

TIPP: Das Zei­gen eines Per­so­nal­aus­wei­ses ist kein Garant dafür, dass hier ein Betrug vor­liegt, son­dern genau das Gegen­teil ist der Fall. Für gewöhn­lich wird kein Per­so­nal­aus­weis benutzt.

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Zusam­men­fas­sung

  • Vor­sicht vor ver­meint­li­chen Schnäpp­chen. Ja, es gibt sie, aber viel sel­te­ner als man denkt.
  • Der wich­tigs­te Punkt: Kei­ne Vor­ab­zah­lun­gen ohne Käu­fer­schutz. Wenn nicht der von Klein­an­zei­gen genutzt wird, soll­te wenigs­tens Pay­pal ver­wen­det wer­den. Bei allen ande­ren Zah­lun­gen ohne Schutz, ist das Geld unwie­der­bring­lich weg.
  • Nicht unter Druck set­zen las­sen, egal wel­che Geschich­te der Ver­käu­fer auf­tischt.
  • Man ist gut bera­ten, die Bil­der aus dem Ange­bot zu spei­chern und auch einen Aus­druck (z.B. als pdf) des Ange­bots zu machen.
  • Vor­sicht: Mit den rich­ti­gen KI und AI Pro­gram­men, las­sen sich Fotos sehr leicht bear­bei­ten.

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