Der iRobot Roomba i7

Die Saugroboter-Hersteller sind darauf bedacht, dass die Installation des Saugroboters sehr einfach von der Hand geht. iRobot bildet da keine Ausnahme. Der Saugroboter ist schnell ausgepackt und eingerichtet. Auch der iRobot baut kein eigenes WLan auf, sondern verbindet sich auf andere Weise, um die WLAN-Verbindungsdaten zu übertragen. Direkt auffällig ist die sehr hohe Bauform des Saugroboters. Der iRobot ist der bisher höchste Saugroboter, was dazu führt, dass er nicht überall drunter passt. Er ist auch der bisher einzige Saugroboter, dessen Kabelsalat nicht in der Ladestation verschwindet.

Fahrmodus

Der erste Gedanke war: Endlich mal ein Saugroboter mit einer Kartierungsfunktion. Damit fährt er relativ leise durch die Wohnung, um diese erstmal zu erfassen. Der zweite Gedanke war: Warum braucht er dennoch so lange? Der Saugroboter fährt zwar relativ zügig, aber seine Navigation ist etwas unvorteilhaft. Doch dazu später mehr. Zuerst zu dem ersten Problemchen, die auch beim iRobot vorhanden sind, denn es kam vor, dass der Saugroboter nach einem Kartierungslauf keine Karte erstellt hat, was natürlich wenig Sinn machte.

Der iRobot benötigt mehrere Anläufe, um die Wohnung vollständig zu erfassen. Dabei fährt er die Wohnung sehr chaotisch ohne jegliches Muster ab. Später während der Reinigung ändert sich das und er fährt die gewohnten Bahnen ab. Zumindest mehr oder weniger.

Es ist erstaunlich, wie deutlich wir gemerkt haben, dass dieser Saugroboter keine Lasernavigation besitzt. Beim Erfassen des Grundrisses der Wohnung und auch später bei der Reinigung deppert er recht kräftig gegen Möbel und Gegenstände, die auf dem Boden liegen.

Nun zur Besonderheit, was den Fahrmodus betrifft. Der Saugroboter fährt nämlich zuerst die Ränder ab, anschließend den Raum in Längsrichtung und anschließend nochmals in Querrichtung. Es ist bisher der einzige Saugroboter, der die Räume doppelt saugt. Das hat wenig verwunderlich zwei gravierende Folgen.

Zum einen benötigt er für das Reinigen eines Raums gut doppelt so lange wie seine Mitstreiter. Der iRobot benötigt über zwei Minuten pro Quadratmeter während die anderen Saugroboter eher eine Minute pro Quadratmeter brauchten. Zum anderen wird der Akku schneller leer und er ist der bisher einzige Saugroboter, der es nicht schafft, unsere Wohnung mit einer Akkuladung zu reinigen. Er fährt zwar selbstständig zur Ladestation zurück und setzt die Reinigung anschließend fort, aber der Ladevorgang dauert bis zu zwei Stunden. Für den iRobot muss der Anwender viel Geduld aufbringen.

Beispiel: Für einen zu reinigenden Bereich von 50 qm benötigte er 1 Stunde und 30 Minuten zum reinigen und genauso lange zum Aufladen, insgesamt also fast drei Stunden.

Dieses Verhalten lässt sich in der App umstellen. Dazu mehr im folgenden Kapitel, in dem es um die Reinigungsleistung geht.

Nach dem ersten Kartierungslauf gab es noch keine Karte. Eine sehr merkwürdige Eigenschaft, nach dem ersten Lauf keine Karte zu generieren. Nach dem zweiten Lauf hat es dann geklappt.

Hier ein Beispiel für die Reinigung eines Raums. Die hellen Flächen wurden von dem Roboter ausgespart. Warum er dies gemacht hat, konnten wir leider nicht feststellen.

Reinigungsleistung

Die Einstellung des Reinigungsmodus ist in drei Stufen möglich. Leider ist diese Funktion etwas versteckt. Mit der ersten Einstellung saugt der iRobot größere Räume einmal und kleinere doppelt oder gar dreifach (so wie oben beschrieben). Dann gibt es die Einstellung, dass der Roboter alle Räume nur einmal saugt (das nennt sich dann „tägliche Reinigung“) und schließlich die Einstellung mit der er alles doppelt saugt (was als „intensive Reinigung“ bezeichnet wird).

Die Saugleistung selbst lässt sich beim iRobot nicht einstellen.

Das Ergebnis ist in Summe gut, auch wenn auffällt, dass er nicht in jede Ecke kommt und auch manchmal etwas liegen lässt. Aus welchen Gründen auch immer.

Die Akkuleistung ist stark von dem Reinigungsmodus abhängig. Selbst, wenn der iRobot die Wohnung nur einmal saugt, reicht die Akkuladung nicht aus, um die Reinigung in einem Rutsch durchzuführen.

Man kann den Saugroboter gezielt in einen Raum schicken oder eine Abfolge von einzelnen Räumen festlegen. Einzelne Bereiche kann man nur über Umwege reinigen lassen. Dafür muss man erst in der Kartenansicht eine Zone festlegen, die entsprechend benannt wird. Anschließend kann der Saugroboter gezielt in diese Zone gesendet werden. Möchte man diese Zone intensiver reinigen, muss dies zuerst über die Einstellungen konfiguriert werden. Alles in Allem etwas umständlich.

Alternativ drückt man die Spot-Reinigungsmodus-Taste auf der Vorderseite des iRobot und er reinigt von dem Punkt an, wo er steht, spiralförmig einen Bereich von ca. einem Meter im Durchmesser.

Auf diesem Teppich ist der Weg des iRobot recht gut zu sehen. Er fährt nicht nur seine Bahnen, sondern kreuzt diese zusätzlich.

Wegfindung

Man sollte meinen, dass unsere Wohnung doch gar nicht so kompliziert ist, aber auch der iRobot hatte manchmal Probleme, den Weg nach Hause zu finden. Das kam zwar selten vor, aber dennoch kam es vor. Zudem kam der Saugroboter nicht damit klar, wenn er irgendwo in der Wohnung abgesetzt wurde. Am Besten, er startet immer von seiner Ladestation aus.

Sehr gut ist hingegen die Erfassung der Wohnung, auch wenn sich immer wieder etwas ändert. Wenn etwas im Weg steht (wie z.B. Schulranzen oder Kinder), so umfährt er diese Objekte. Wenn er bei der nächsten Reinigung die Hindernisse nicht mehr erfasst, so fährt er in diesen Bereich hinein, erkennt diesen und fügt diesen anschließend dem Raum hinzu. Dies macht er aber nur, wenn er den Auftrag erhält, überall zu reinigen. Ein Problem, das auch andere Saugroboter haben.

Wenn ich den Saugroboter losschicke, um ein Zimmer zu reinigen, das er anfangs nur halb erfasst hat, so fährt er in diesen nicht erfassten Bereich nicht hinein. Wenn also ein Möbelstück umgestellt wird, so lässt auch der iRobot aus vollkommen unerklärlichen Gründen diesen Bereich aus, wenn er den Auftrag erhält, nur diesen Raum zu reinigen. Neue Bereiche erkennt der Saugroboter nur, wenn er im Modus „Überall saugen“ unterwegs ist.

Sehr dämlich hat sich der iRobot angestellt, als ich die Türen zu den Zimmern geschlossen habe und lediglich den Weg zur Basis und zu einem Zimmer offengehalten habe, das der Saugroboter neu erfassen sollte. Denn wie gesagt, das macht er nur im Modus „Überall saugen“. Und was soll ich sagen? Der Saugroboter fährt fünf(!) Mal durch den Flur und deppert sehr kräftig gegen jede einzelne geschlossene Türe. Das sah dann so aus: Er fährt sechs geschlossene Türen ab, deppert kräftig dagegen und fährt zur Basis zurück. Kurz bevor er diese erreicht, dreht er um, damit er wieder gegen die sechs geschlossenen Türen fahren kann bzw. diese sehr kräftig anfährt.

Grundsätzlich ist er bei einer solchen Fahrt sehr ziellos durch die Wohnung gefahren. Ist mal in diesen Bereich gefahren, mal in jenen. Ein Muster war nicht zu erkennen. Solch eine Reinigung kann man unmöglich durchführen, wenn noch Menschen oder Tiere um den Saugroboter herumlaufen.

Wird der Saugroboter in einen zu reinigenden Bereich getragen und man drückt die „Clean“-Taste, dann erkennt er diesen Raum und er fängt an, diesen zu reinigen. Anders sieht es aus, wenn er in einem Bereich des Zimmers platziert wird, den er noch nicht kennt (also z.B. dorthin, wo ein Möbelstück stand). Dann fährt er ziellos durch die Gegend. Hier wäre es besser, wenn er stehenbliebe und eine Meldung aussendet.

Die Karte ist im übrigen sehr einfach zu konfigurieren. Die Räume werden sehr einfach und intuitiv angelegt. Der Anwender kann problemlos Bereiche trennen und zusammenfügen, so dass es kaum ein Problem ist, seine Wohnung zu kartieren. Zusätzlich ist es möglich mehrere Karten zu erfassen, was bei mehreren Etagen von Vorteil ist.

Lautstärke

Die Lautstärke des iRobot ist moderat und nicht zu laut. Die Geräuschkulisse ist einigermaßen verträglich. Er schaltet selbstständig zwischen unterschiedlichen Modi um, was sich manchmal so anhört, als hätte er sich festgefahren. Grundsätzlich ist es wenig hilfreich gelöst, dass die Lautstärke nicht über eine geringere Saugleistung eingestellt werden kann.

Fazit

Der iRobot ist in der Reinigungsleistung nicht der Beste, aber wenn er täglich unterwegs ist, findet er das Gröbste. Er hat hin und wieder nicht nach Hause gefunden und ist manchmal an unseren besonderen Möbeln gescheitert (z.B. an Stühlen), aber im Großen und Ganzen lief der Saugroboter so wie gedacht. Und je öfter er die Wohnung gereinigt hat, umso eher hat er auch alles gefunden (zumindest im Modus „Überall saugen“). Das doch heftige Anecken an die Möbel war etwas störend.

Der iRobot reinigt am besten in einer sterilen und unbelebten Umgebung. Das konnten tatsächlich bisher alle Saugroboter, die den Weg zu uns gefunden haben. Spannend wird es erst, wenn Leben in die Bude kommt und hier scheitert der iRobot. Er fährt dann sehr diffus durch die einzelnen Bereiche und das gefahrene Muster des Roboters ist etwas merkwürdig.

Hinweis zum Schluss: Auch beim iRobot werden hin und wieder Funktionen nachgereicht, wie z.B. das Verhalten der Statuslichter, die man nun komplett ausschalten kann.

Ideal war auch dieser Saugroboter nicht, weshalb auch er wieder zurückging.

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