Der Neato D8 Robot Vacuum

Unboxing und Installation

Wie bei den anderen Herstellern ist der Saugroboter sehr ordentlich eingepackt und präsentiert sich nach dem auspacken sehr aufgeräumt. Er macht einen grundsoliden Eindruck. Dieser Drang zum Minimalismus zeichnet sich auch bei der Bedienungsanleitung und Installation aus. Mehr oder minder selbsterklärend lässt sich mittels der App der Saugroboter einfach installieren und ist schnell bereit für seine erste Reinigungsfahrt.

Lautstärke

Der Saugroboter hat zwei Reinigungsfunktion: eine Eco- und eine Turbo-Reinigungsfunktion. Während der Eco-Reinigung ist er laut, während der Turbo-Reinigung ist er sehr laut. Zudem ist das Fahrgeräusch des Saugroboters extrem laut, selbst, wenn er nicht reinigt.

Reinigung

Das eckige Design bzw. die D-Form des Saugroboters hat den Vorteil, dass er besser in Ecken kommt. Zumindest der Theorie nach. Er hat eine sehr kleine rotierende Bürste, dafür aber eine sehr große Rolle, die fast die gesamte Breite des Saugroboters einnimmt.

Für die Reinigung benutzt er kein erkennbares Muster und scheint chaotisch zu reinigen. Im Grunde genommen, fährt er zuerst die Ränder ab und anschließend sucht er sich den Rest zusammen. Mal in dem geordneten Muster, wie es die Saugroboter der Mitbewerber machen, manchmal aber auch kreuz und quer. Leider zeichnet der Saugroboter seine Fahrtstrecke nicht auf, so dass der Anwender nicht nachverfolgen kann, welche Route er genommen hat.

Hinzu kommt, dass der Saugroboter gerade an den Kanten nicht sauber entlangfährt. Eigentlich genau das Anwendungsgebiet, bei dem er punkten und seine Vorteile ausspielen soll. Es ist schon sehr schade, dass er genau hier scheitert. Die Reinigung ist in Summe okay, aber nicht überragend.

Es ist sehr schön zu erkennen, dass die Rolle bis an den Rand des Saugroboters reicht. Jetzt muss dieser nur dicht genug an Kanten und Ecken vorbei fahren. © Privat

Fehler & Probleme

Auch dieser Saugroboter hat keine Kartenfunktion, mit der schnell und zügig der Grundriss der Wohnung erfasst wird. Dies geht nur mit einer automatischen Reinigung, die natürlich deutlich länger dauert, was gerade bei einer Fehlersuche etwas nervig ist.

Und der nächste Saugroboter, der an der Kartenfunktion scheitert. Auch dieser Saugroboter hat massive Wegfindungsprobleme. Zum einen zeigt er nicht auf der Karte an, wo er sich gerade befindet. Somit kann ich als Nutzer nicht nachvollziehen, wie er gerade reinigt und welche Stellen er ggf. auslässt. Dies sehe ich nur am Schmutz, der in den Ecken verbleibt. Hier sind die Mitbewerber weiter.

Die Software teilt die Wohnung nicht in Räume ein, sondern in viereckige Zonen. Wer also einen L-förmigen Raum hat, muss den Saugroboter zwei Mal losschicken, denn eine Zonenreinigung, die mehrere Zonen berücksichtigt, ist nicht möglich. Auch bei den Routinen ist es nicht möglich, mehrere Zonen auszuwählen, die er nacheinander abarbeitet. Auch ist es nicht möglich, unterschiedliche Zonen zusammenzulegen, was für diesen Fall ebenfalls hilfreich wäre.

Offensichtlich gehen die Entwickler davon aus, dass man immer die gesamte Wohnung reinigt. Warum auch immer.

neato reinigungszonenDem oberen kleineren Raum kann keine Reinigungszone zugewiesen werden, da der neato meldet, dass diese Zone außerhalb der Reinigungskarte liegt. 

neato d8In einem Reinigungsvorgang, kann nur eine Reinigungszone ausgewählt werden. Da unser Flur L-förmig ist, mussten wir diesem zwei Zonen zuweisen. Um den Flur zu reinigen muss der D8 einmal zur ersten Zone gesendet werden, dieser fährt wieder zur Ladestation und anschließend kann er zur zweiten Zone delegiert werden. Praktisch ist anders.

Mittels der Routinen können regelmäßige Reinigungsläufe angelegt werden. In der App wird zwar großspurig angegeben, dass mindestens eine Zone ausgewählt werden muss, dabei ist es auch hier nur möglich, lediglich eine Zone auszuwählen. Wer also nur Teile seiner Wohnung reinigen möchte, muss pro Zone eine Routine erstellen und natürlich dabei beachten, wie lange der Saugroboter pro Zone benötigt, da er ansonsten die Folge-Routine nicht ausführt.

Nicht erfasste Räume nachträglich zur Karte hinzufügen geht ebenfalls nur im automatischen Modus. Hier kann man sich aber dadurch behelfen, in dem der Weg durch Kisten versperrt wird und man dem Saugroboter quasi den Weg zu dem Raum leitet, der zur Karte hinzugefügt werden soll. Ist der Saugroboter im Automatik Modus, so versucht er nur einmal an einem Hindernis vorbeizukommen. Gelingt ihm dies nicht, fährt er einfach weiter.

Der Nachteil: Er findet damit zwar den Raum, aber er erstellt keine neue Karte. Wir haben es bis zum Schluss nicht geschafft, den einen Raum der Karte hinzuzufügen.

Es ist schon sehr kompliziert gelöst, wie dieser Saugroboter seine Umgebung erkennt und wie er diese saugt.

Leider hat der Saugroboter mehrmals Probleme gehabt, seine Ladestation zu finden. Für gewöhnlich, wenn der Saugroboter in seinem Reinigungsvorgang unterbrochen wurde und einen Umweg fahren musste. Dies war nicht reproduzierbar, aber dennoch ärgerlich. Zudem erkennt er nicht, wo er ist, wenn er nicht von der Ladestation startet. Er versucht zwar seine Position zu bestimmen, schafft es aber oftmals nicht. Da der Saugroboter seine Position in der Karte nicht verrät, kann der User auch nicht feststellen, wo er sich gerade befindet.

Der Support ist zwar gut zu erreichen, aber leider kennt er diesen Saugroboter nicht sonderlich gut, so dass er kaum weiterhelfen kann. Bis darauf, dass er bestätigt, dass diese Funktionen tatsächlich fehlen und vielleicht unter Umständen später via Firmware-Update nachgerüstet werden.

Dieser Saugroboter kann übrigens nicht mehr als nur eine Karte speichern, was gerade bei Wohnung mit mehreren Etagen ein Problem darstellt. Er kann zwar mehrere Versionen einer Karte erstellen, nutzen kann er aber immer nur eine.

Fazit

So ist der Saugroboter kaum zu gebrauchen. Um einen kleinen Flur von 8 qm und eine kleine Küche mit 10 qm (die qm beziehen sich natürlich auf die freie zu saugende Fläche) muss ich ihn drei Mal losschicken, weil der Flur L-förmig ist. Leider lässt sich eine solche Reinigung von unterschiedlichen Zonen nicht als „Routine“ festlegen. Zudem ist dieser Saugroboter ausgesprochen laut und die Reinigungsleistung ist nur gut. Zusammen mit den Wegfindungsproblemen ist dieser Saugroboter nicht zu empfehlen.

Es ist davon auszugehen, dass einige Funktionen für diesen Saugroboter via Firmaware-Update nachgerüstet werden. Dieser Test basiert auf dem Neato D8 mit der Firmware-Version 1.6.19-2137. Den Saugroboter haben wir privat verkauft und innerhalb der Rückgabefrist von 30 Tagen wieder zurückgeschickt. Aus diesem Grund ist dies keine Werbung.

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