Der Scewo Service und die Folgen für meinen Bro

Grund­sätz­lich ist der Sce­wo Bro ein guter Roll­stuhl, der sich auf das Trep­pen­stei­gen spe­zia­li­siert hat. Ich selbst fin­de ihn aller­dings nur bedingt all­tags­taug­lich, wor­über ich einen eige­nen Bei­trag geschrie­ben habe. Heu­te soll es um den Ser­vice von Sce­wo gehen, den ich im ers­ten Moment als man­gel­haft erfah­ren habe.

Was Sce­wo sehr ger­ne ver­schweigt, sind die zusätz­li­chen Fol­ge­kos­ten, die auf den Nut­zer zukom­men. Wer den Bro über einen Kos­ten­trä­ger bezo­gen hat, hat Anspruch auf die Kos­ten­über­nah­me. Wer ihn pri­vat kauft, muss pro Jahr mit knapp 540 Euro rech­nen. Das ist die Sum­me, die für eine jähr­li­che Inspek­ti­on auf­zu­brin­gen ist.

Sehr ärger­lich wird es, wenn Repa­ra­tu­ren anfal­len, die Sce­wo in gewohn­ter Manier abwim­melt. Nur sehr ungern wer­den die Kos­ten für Repa­ra­tu­ren über­nom­men, selbst wenn sich die­se in der Gewähr­leis­tung befin­den.

In mei­nem Fall fie­len wei­te­re Kos­ten in Höhe von über 700 Euro an. Über das Sani­täts­haus habe ich den Fall in Rich­tung Sce­wo eska­liert. Immer­hin waren dies Repa­ra­tu­ren, die mei­ner Mei­nung nach noch im Rah­men der gesetz­li­chen Gewähr­leis­tung anfie­len. Nach­dem die Kom­mu­ni­ka­ti­on etwas schlep­pend war, habe ich mich ohne das Sani­täts­haus direkt an Sce­wo gewandt.

War­um ich?
Was ich nicht her­aus­fin­den konn­te, ist die Ant­wort auf die Fra­ge, wer sein Recht ein­for­dern muss. Ich habe den Sce­wo über einen Kos­ten­trä­ger finan­ziert bekom­men. Dafür muss­te ich den Roll­stuhl bestel­len, die Kos­ten wur­den mir jedoch erstat­tet. Das Glei­che gilt für die­se Repa­ra­tu­ren, die ich in Auf­trag gebe und nicht der Kos­ten­trä­ger. Aller­dings hat der Kos­ten­trä­ger einen Eigen­tums­vor­be­halt ange­mel­det (damit ich den Bro nicht ver­kau­fe). Ist damit nicht auch der Kos­ten­trä­ger mit ver­ant­wort­lich, Gewähr­leis­tungs­an­sprü­che ein­zu­for­dern? Wer hier nähe­res weiß, kann dies ger­ne in den Kom­men­ta­ren preis­ge­ben.

In mei­nem Fall sind gleich meh­re­re Din­ge nega­tiv auf­ge­fal­len. Die durch­zu­füh­ren­den Repa­ra­tu­ren wur­den zuerst von mei­nem Sani­täts­haus als dring­lich bewer­tet. Das galt neben­bei auch für die Inspek­ti­on, die Sce­wo regel­recht ein­for­dert (den Roll­stuhl aber nicht aus dem Ver­kehr neh­men darf, wenn die­se nicht durch­ge­führt wird).

Ich habe die Repa­ra­tu­ren nicht stumpf durch­ge­wun­ken, son­dern habe den Sinn und Zweck beim Sani­täts­haus nach­ge­fragt. Dort wur­de mir mit­ge­teilt, dass eigent­lich nur eine Maß­nah­me durch­ge­führt wer­den müs­se und die ande­re eine rei­ne Opti­mie­rung sei, die nicht so dring­lich umge­setzt wer­den muss.

Allein dies hin­ter­ließ schon einen faden Bei­geschmack. Es kam aber noch dicker, als Sce­wo ver­mel­det hat, dass zum einen mei­ne gan­zen Pro­ble­me, die ich mit dem Bro habe, nichts mit den Repa­ra­tu­ren zu tun haben und zum ande­ren, dass die gesam­te Akti­on nicht zwin­gend durch­ge­führt wer­den müs­se. Der Bro kön­ne auch ohne Umset­zung der Maß­nah­me wie­der zusam­men­ge­baut wer­den. Was für eine Far­ce.

Also habe ich nach Rück­spra­che mit Sce­wo ein­ge­for­dert, dass die “drin­gen­de” Repa­ra­tur­maß­nah­me nicht durch­ge­führt wer­den sol­le. Zusätz­lich teil­te Sce­wo mir mit, dass durch­aus sehr vie­le Klein­tei­le im Wert von meh­re­ren tau­send Euro im Rah­men der Gewähr­leis­tung getauscht wur­den.

Es lohnt sich also durch­aus nach­zu­fra­gen, wel­che Repa­ra­tu­ren durch­ge­führt wer­den müs­sen. Dass dies posi­tiv beim Kos­ten­trä­ger wahr­ge­nom­men wird, dürf­te mehr als frag­lich sein. Aber ich selbst füh­le mich dann ein­fach woh­ler.

Wel­che Pro­ble­me habe ich noch gleich mit dem Bro?

1. Der Kipp­schutz löst immer wie­der mal ohne Grund aus. Der Fah­rer des Roll­stuhls muss sich sowie­so muck­mäus­chen still ver­hal­ten, wenn der Bro einen Modus­wech­sel vor­nimmt. Den­noch löst der Kipp­schutz immer wie­der aus.

Nach Rück­spra­che mit dem Ser­vice wur­de die Ein­stel­lung etwas sen­si­bler pro­gram­miert, weil es eini­ge Fäl­le gab, bei denen der Kipp­schutz nicht aus­lös­te und der Fah­rer auf den Rücken gefal­len ist.

Dass der Kipp­schutz unge­wollt aus­löst, pas­siert bis heu­te.

Anfangs ist mir der Bro beim Wech­seln aus dem Park- in den Fahr­mo­dus ger­ne mal nach vor­ne auf die Rau­pen gefal­len. Er ist also nach vorn gekippt. Des­halb hat­te der Bro in der ers­ten Ver­si­on die Rau­pe nur kurz ange­ho­ben und hat den Wech­sel erst in einem zwei­ten Schritt durch­ge­führt. Die­ser Wech­sel in zwei Schrit­ten wur­de mit dem letz­ten Update abge­schafft, damit der Modus­wech­sel schnel­ler von­stat­ten­geht (sie­he mei­nen klei­nen Bei­trag dazu). Aller­dings könn­te er nun nicht mehr auf die Rau­pen fal­len, wenn der Bro das Gleich­ge­wicht nicht fin­det. Pas­siert ist mir das zum Glück noch nicht.

2. Der Bro rutscht auf Trep­pen. Dies wur­de schon mit dem Video doku­men­tiert, das bei der Über­ga­be des Roll­stuhls gedreht wur­de. Hier rutsch­te der Bro ein­sei­tig, so dass sich die­ser schräg auf die Trep­pe gestellt hat.

Dies macht der Bro noch immer, so dass ich immer wie­der per Hand nach­kor­ri­gie­ren muss. Auch der »Spur­hal­te­as­sis­tent« kann hier kei­ne Abhil­fe leis­ten, mit dem der Bro bes­ser und grad­li­ni­ger die Trep­pen stei­gen soll. Als mein Phy­sio­the­ra­peut ein Video vom trep­pen­stei­gen­den Bro gedreht hat, ist sein Herz mehr­fach aus­ge­setzt, wenn der Bro über die Rau­pen rutscht.

Das Durch­rut­schen der Rau­pen macht der Bro bis heu­te und eine Lösung ist nicht in Sicht.

3. Mei­ne Rücken­leh­ne hat von Beginn an geknarzt. Bis es einen lau­ten Knall gab. Hier ist wohl das Teil kaputt­ge­gan­gen, was ich von Anfang an rekla­miert habe. Offen­sicht­lich hat Sce­wo die­se Kor­re­spon­denz gefun­den und sagt nun, dass die Repa­ra­tur der Rücken­leh­ne nicht durch­ge­führt wer­den müs­se, wäh­rend das Sani­täts­haus mir durch die Blu­me ein Fehl­ver­hal­ten unter­stell­te.

4. Der Sitz fährt nicht immer in die höchs­te Posi­ti­on
Wenn der Sitz beim Modus­wech­sel nach oben fährt, dann fährt er nicht immer in die höchs­te Posi­ti­on. Dadurch fin­det er ent­we­der gar nicht oder nur schwer den Schwer­punkt und gibt die Warn­mel­dung raus, dass der Schwer­punkt zu weit vor­ne ist. Beim Modus­wech­sel kann der Bro gern mal ein oder ein­ein­halb Meter nach vor­ne fah­ren, bevor die Feh­ler­mel­dung kommt. Hier muss man sehr auf­pas­sen, dass nie­mand ange­fah­ren wird, der vor einem steht.

Dies macht der Bro hin und wie­der bis heu­te.

5. Die Ram­pen für die Auto­ver­la­dung sind für das Gewicht unge­eig­net.
Der Bro wackelt bei der Ver­la­dung. Die­ses Ver­hal­ten sieht man auch sehr gut auf dem Reel, den Sce­wo bei Face­book gepos­tet hat (abge­ru­fen im Novem­ber 2024). Dort ist sehr schön zu sehen, wie der Bro auf der Ram­pe wackelt. Dies wird umso extre­mer, je schie­fer der Wagen steht. Eine Auto­ver­la­dung ist somit nur dann mög­lich, wenn das Fahr­zeug ohne die kleins­te Nei­gung geparkt wur­de.

6. Wenn die Tem­pe­ra­tu­ren stei­gen, quiet­schen die Rau­pen und alle Plas­tik­tei­le knar­zen.
Im Grun­de genom­men wäre dies ein Schön­heits­ma­kel, wenn ich nicht ver­mu­te wür­de, dass die Rau­pen irgend­wo schlei­fen und dadurch die Quietsch­ge­räu­sche ent­ste­hen.

Ich stel­le den Sce­wo Bro in meh­re­ren Bei­trä­gen hier auf mei­nem Blog vor. Damit die Über­sicht nicht lei­det, gibt es einen Bei­trag, in dem ich alle Berich­te bün­de­le. Die­se Erfah­rungs­be­rich­te sind nicht gespon­sert und spie­geln mei­ne per­sön­li­che Mei­nung wider. Auf­grund der Viel­fäl­tig­keit von Erkran­kun­gen bzw. Behin­de­run­gen kann ich kei­ne Hilfs­mit­tel­be­ra­tung anbie­ten. Die Bei­trä­ge die­nen ledig­lich zur Ori­en­tie­rung für Inter­es­sen­ten.

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