Die Nibelungen – Ein modernes Heldenepos

© Hydra Pro­duc­tions

Die Nibe­lun­gen­sa­ge ist eine sehr düs­te­re und zuwei­len auch blu­ti­ge Sage. Wer die Bil­der in der Nibe­lun­gen­hal­le am Dra­chen­fels kennt, wird dies wis­sen, auch ohne tief­grei­fen­de Kennt­nis­se zur Sage zu haben. Wie kann ein sol­ches Stück kind­ge­recht auf die Büh­ne gebracht wer­den?

In einer moder­nen Insze­nie­rung gelingt es Rüdi­ger Pape samt Ensem­ble eine unter­halt­sa­me Adap­ti­on für Kin­der ab 10 Jah­ren auf die Büh­ne zu brin­gen. Vor allem zu Beginn schaf­fen es die fünf Schau­spie­ler die anwe­sen­den jun­gen und älte­ren Zuschau­er zum Lachen zu brin­gen. Natur­ge­mäß neh­men die humor­vol­len Sze­nen zum Ende hin ab.

Gut gemacht sind die „blu­ti­gen“ Sze­nen, die nicht blu­tig sind. Aber den­noch für alle ver­ständ­lich waren. Gera­de, wenn Kin­der noch nicht so oft im Thea­ter waren, so konn­ten sie sehr gut sehen, wie mit ein­fa­chen Mit­tel und guten Schau­spie­lern ein ver­ständ­li­ches Stück auf die Büh­ne gezau­bert wer­den kann. Unbe­dingt ken­nen müs­sen die Kin­der die Nibe­lun­gen­sa­ga mei­nes Erach­tens nicht, aber es ist schon hilf­reich, wenn sie das Grund­ge­rüst ken­nen. Es ist eine sehr freie Adap­ti­on, die aber den­noch die wesent­li­chen Ele­men­te der Saga ent­hält.

Die­ses sehr gut gemach­te Thea­ter­stück zeigt, wie wich­tig es ist, kind­ge­rech­tes Thea­ter zu prä­sen­tie­ren und erin­nert mich per­sön­lich dar­an, viel­leicht doch wie­der etwas öfters ins Thea­ter zu gehen, vor allem jetzt, wenn es wie­der mög­lich ist. Die Auf­füh­rung fand in der Come­dia in Köln statt, die durch­ge­hend bar­rie­re­frei ist. Für Roll­stuhl­fah­rer eine gute Adres­se, um unkom­pli­ziert Kul­tur zu genie­ßen.

© Hydra Pro­duc­tions

Spiel­ort: Come­dia Köln, Ter­mi­ne und wei­te­re Spiel­or­te fin­den sich auf der Web­site.

Dau­er: ca. 85 min (kei­ne Pau­se)

Beset­zung: Till Brink­mann, Peter Ste­phan Herff, Eva Horst­mann, Lea Marie Mei­er, Tim Van­wersch
Insze­nie­rung: Rüdi­ger Pape
Büh­ne und Kos­tüm: Susan­ne Elling­haus
Musik: Arni Arnold
Fotos: Hydra Pro­duc­tions Köln

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