Gekaufte Amazon-Bewertungen und was der Konzern dagegen unternimmt

Ich bin Ama­zon-Kun­de der ers­ten Stun­de und rela­tiv zufrie­den mit dem Lie­fer­dienst. Ama­zon zeig­te sich bis­her immer sehr kulant mir gegen­über, was ihn von ande­ren ähn­li­chen Platt­for­men abhebt. Aller­dings muss ich nicht immer gut­hei­ßen, was Ama­zon so treibt. Wie z.B. was der Kon­zern gegen gekauf­te Bewer­tun­gen unter­nimmt.

War bis­her die Anga­be „veri­fi­zier­ter Kauf“ eine Garan­tie dafür, dass die Rezen­sent tat­säch­lich das Pro­dukt besitzt, so ist dies heut­zu­ta­ge lei­der in man­chen Pro­dukt­grup­pen eher ein Garant dafür, dass die Mei­nung erkauft wur­de. Das gilt ins­be­son­de­re dann, wenn ein frem­der Anbie­ter über Ama­zon sei­ne Pro­duk­te ver­kauft. Dies ist näm­lich die neus­te Metho­de der haupt­säch­lich chi­ne­si­schen Händ­ler.

Sie schaf­fen es irgend­wie, dass ihre Pro­duk­te nach Euro­pa gelan­gen und in den euro­päi­schen Ver­sand­zen­tren lie­gen. Von dort kann Ama­zon die Ware meist inner­halb eines Tages nach Deutsch­land ver­schi­cken und, was viel wich­ti­ger ist, die Händ­ler ver­sen­den mit „Prime“. Wer also etwas sucht und mit der Fil­ter­op­ti­on „Prime gesamt“ denkt, dass er die chi­ne­si­schen Händ­ler her­aus­fil­tert, der irrt. 

TIPP: Viel zu sel­ten kann man sei­ne Such­ergeb­nis­se nach dem Anbie­ter fil­tern. Nur dar­über las­sen sich die Fremd­an­bie­ter her­aus­fil­tern. Gibt es die­se Fil­ter­op­ti­on nicht, so wird die­se Pro­dukt­ka­te­go­rie von Fremd­an­bie­tern domi­niert.

Wer auf die Pro­duk­te klickt, wird fest­stel­len, dass oft­mals hun­der­te posi­ti­ver Fünf-Ster­ne-Bewer­tun­gen vor­han­den sind, die alle einen veri­fi­zier­ten Kauf vor­wei­sen kön­nen. Dies ist ein Garant dafür, dass die Rezen­si­on vom Händ­ler erkauft wur­de. Haben bis­her Zwi­schen­händ­ler ver­sucht, nur Rezen­sio­nen zu bestimm­ten Pro­duk­ten zu erwir­ken, wer­den nun die Käu­fer aktiv ange­spro­chen, um das gekauf­te Pro­dukt zu bewer­ten. Wer das Pro­dukt mit fünf Ster­nen bewer­tet, erhält einen Ama­zon-Gut­schein im Wert von 30 Euro. Ein Anreiz, den vie­le Käu­fer anneh­men. Und ein Zei­chen dafür, wie hoch die Mar­ge bei den Pro­duk­ten ist.

Bei­spiel für ein klas­si­sches Händ­ler­pro­fil chi­ne­si­scher Händ­ler

Ich habe gehofft, dass Ama­zon end­lich mal gegen die­se gekauf­ten Rezen­sio­nen der chi­ne­si­schen Händ­ler etwas unter­nimmt. Ehr­lich gesagt sind mir die grund­sätz­lich ein Graus und ich wün­sche, dass Ama­zon die kom­plett aus ihrem Shop­an­ge­bot ver­bannt. Aber wo der Rubel rollt, ist sowas eher undenk­bar. Ich kau­fe für gewöhn­lich gar nichts bei den chi­ne­si­schen Händ­lern, wobei man als Käu­fer immer auf­pas­sen muss, weil die sich mehr und mehr bei Ama­zon ein­schlei­chen und die Her­kunft immer bes­ser zu ver­schlei­ern ver­su­chen.

Aber blei­ben wir erst mal dabei, dass Ama­zon die Händ­ler raus­wer­fen soll­te, die nach­weis­lich Rezen­sio­nen kau­fen wol­len. Ich habe Ama­zon in jedem Fall, in dem ich ange­spro­chen wur­de, eine Rezen­si­on gegen ein Ent­gelt zu ver­fas­sen, den Vor­fall gemel­det. Lei­der hat es den Kon­zern wenig inter­es­siert. Mei­ne Bewei­se (die Schrei­ben) haben nie­man­den inter­es­siert und es heißt ein­fach nur, dass das Anlie­gen intern wei­ter­ge­lei­tet wur­de. Wit­zi­ger­wei­se wur­de im letz­ten Fall sogar der Händ­ler dar­über infor­miert, dass ich ihn bei Ama­zon ange­zeigt habe. Das war viel­leicht auch nicht Sinn der Sache. 

Es ist also sehr ein­deu­tig, dass Ama­zon über­haupt kein Inter­es­se dar­an hat, die gekauf­ten Fünf-Ster­ne-Bewer­tun­gen aus dem Ange­bot zu ver­ban­nen.

Ver­mut­lich sagen sich die Ver­ant­wort­li­chen, dass die chi­ne­si­schen Händ­ler ein­fach die eine Fir­ma schlie­ßen und eine neue eröff­nen und ein­fach wei­ter­ma­chen. Und ver­mut­li­chen haben die Chi­ne­sen einen län­ge­ren Atem als die Amis, wenn ich das mal so pla­ka­tiv for­mu­lie­ren darf.

Ver­hin­dern kön­nen wir Ver­brau­cher den Miss­brauch nur, wenn kon­se­quent die chi­ne­si­schen Händ­ler gemie­den wer­den. Und wenn die Fil­ter­mög­lich­keit nach dem Anbie­ter in einer Kate­go­rie nicht mög­lich ist, so ist es sehr zu emp­feh­len, den Arti­kel in einem ande­ren Shop zu kau­fen. Und so gern ich bei Ama­zon shop­pe, so set­ze ich die­ses Vor­ge­hen kon­se­quent um und mei­de den Kon­zern in die­sen Fäl­len.

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