Meine Hilfsmittel: Der Kompressor

Roll­stuhl­rei­fen wer­den für gewöhn­lich mit einem sehr hohen Druck betrie­ben. Auch wenn die 24“-Reifen einem Fahr­rad-Rei­fen ähneln, so wer­den bei Roll­stüh­len Drü­cke von 8 bar bis 10 bar ver­wen­det. Es ist rat­sam, den Druck min­des­tens ein­mal pro Monat zu prü­fen und nach­zu­fül­len. In mei­nem Fall mache ich dies eher im Zwei­wo­chen­rhyth­mus, da mei­ne Rei­fen rela­tiv schnell auf 5 bar absin­ken. Da ich einen Innen- und einen Außen­roll­stuhl habe, kon­trol­lie­re ich immer vier Rei­fen gleich­zei­tig.

Einen so hohen Druck mit einer Hand­pum­pe zu errei­chen, ist sehr müh­sam oder bei vie­len Hand­pum­pen gar nicht erst mög­lich. Aus die­sem Grund ist es rat­sam, einen Kom­pres­sor zu nut­zen, der min­des­tens 10 bar errei­chen kann. Ich habe drei Model­le getes­tet, die ich hier vor­stel­len mag. Durch mei­ne ein­ge­schränk­te Hand­funk­ti­on neh­me ich nicht nur den erreich­ten Druck als Kauf­kri­te­ri­um, son­dern schaue auch auf die Hand­ha­bung.

Das Sze­na­rio ist für alle Kom­pres­so­ren immer gleich. Es sol­len vier Roll­stuhl­rei­fen von 4 bar bis 5 bar auf ca. 8,5 bar auf­ge­pumpt wer­den.

brandson kompressor

  • Maxi­ma­ler Druck 10,3 bar
  • Akku
  • Leuch­te
  • Ladeste­cker 120 V Netz­teil mit Hohl­stecker

Auf den ers­ten Blick macht die­ser klei­ne Kom­pres­sor einen pas­sa­blen Ein­druck. Er wirkt hoch­wer­tig ver­ar­bei­tet und ist ein­fach zu bedie­nen.

Das Zube­hör ist reich­hal­tig, wur­de aber ohne irgend­ei­ne Form der Auf­be­wah­rung gelie­fert.

Der Auto­ven­til-Adap­ter lässt sich gut anbrin­gen, aber lei­der ver­gleichs­wei­se schwer lösen. Die Bedie­nung ist selbst­er­klä­rend und es bedarf kei­ner Erklä­rung.

Auf­ge­la­den wird der Kom­pres­sor mit einem übli­chen Netz­teil. Der Kom­pres­sor funk­tio­niert nur im Akku-Betrieb und besitzt kei­nen Netz-Betrieb. Beim Auf­pum­pen reicht die Akku-Leis­tung für zwei 24“-Reifen. Aller­dings mit einer schwer­wie­gen­den Ein­schrän­kung.

Die­ser klei­ne kom­pak­te Kom­pres­sor erreich­te lei­der den Druck nicht. Schon nach 7 bar geht ihm die Pus­te aus. Zusätz­lich scheint der Kom­pres­sor Qua­li­täts­pro­ble­me zu haben. Das ers­te Gerät wur­de intern undicht und auch das Ersatz­ge­rät fing schnell an zu schwä­cheln. Da hilft dann auch ein Auto-Stopp nicht, wenn der Kom­pres­sor den ein­ge­stell­ten Druck nicht erreicht.

Dies ist natür­lich ein K.O.-Kriterium für einen sol­chen Kom­pres­sor, wes­halb er nicht emp­feh­lens­wert ist, zumal dies bei zwei Gerä­ten der Fall war.

bosch easypump

  • Maxi­ma­ler Druck 10,3 bar
  • Akku 3,0 Ah
  • LED Leuch­te
  • Auto-Stopp
  • Ladeste­cker USB‑C

Der Bosch-Kom­pres­sor ist sehr hand­lich und kommt in einem Bosch typi­schen Design. Auf den ers­ten Blick hin­ter­lässt er einen guten Ein­druck und soli­den Ver­ar­bei­tung. Das Zube­hör ist reich­hal­tig und wird sehr prak­tisch im Griff des Kom­pres­sors auf­be­wahrt. Gleich­zei­tig wird ein klei­ner Beu­tel mit­ge­lie­fert, in dem der Kom­pres­sor gut Platz hat.

Auf­ge­la­den wird der Kom­pres­sor über einen USB-C-Anschluss, fun­giert aber nicht als Power-Sta­ti­on. Ein Netz­teil ist nicht vor­han­den, dafür aber ein Auf­la­de­ka­bel.

Die Bedie­nung des Kom­pres­sors ist selbst­er­klä­rend. Er erreicht ohne Pro­ble­me einen Druck von 9 bar, wobei ich per­sön­lich mei­ne 24“-Reifen eher auf 8 bar auf­pum­pe. Der Kom­pres­sor hat aus­rei­chend Akku­ka­pa­zi­tät, um vier Rei­fen von 4 bar auf 8,5 bar auf­zu­pum­pen. Die Auto-Stopp-Funk­ti­on arbei­tet sehr genau und es wird exakt der Druck erreicht, der ein­ge­ge­ben wur­de.

Die Hand­ha­bung ist es unge­wöhn­lich, denn der Auto­ven­til-Adap­ter wird auf­ge­schraubt. Dabei ver­liert der Rei­fen immer Luft, und das unab­hän­gig davon, ob der Nut­zer eine ein­ge­schränk­te Hand­funk­ti­on hat oder nicht. Mit letz­te­rem ist der Luft­ver­lust nur grö­ßer. Dies muss man ein wenig abschät­zen und ent­spre­chend mehr in den Rei­fen pum­pen. Dies ist der größ­te Nach­teil von die­sem Kom­pres­sor. Kei­ne Ahnung, war­um nicht eben­falls ein Klemm­ver­schluss gewählt wur­de, um den Adap­ter auf das Ven­til zu set­zen.

Er kann auch Was­ser­spiel­zeu­ge und Bäl­le auf­pum­pen, wobei sich je nach Spiel­zeug, der Akku schnell bemerk­bar macht. Mehr als ein grö­ße­res Spiel­zeug mit frei Kam­mern ist eher nicht drin­nen.

Durch das gerin­ge Gewicht ist er natür­lich sehr por­ta­bel und ist somit per­fekt für unter­wegs.

bd kompressor

  • Maxi­mal­druck 11 bar
  • Ver­sor­gung über 12 V KFZ-Ste­cker

Die­ser Kom­pres­sor ist rela­tiv groß im Ver­gleich der klei­nen Akku-Gerä­te, aber immer noch klein genug, um eini­ger­ma­ßen por­ta­bel zu sein. Der Kom­pres­sor hin­ter­lässt obgleich sei­nes Kunst­stoff­ge­häu­ses einen guten Ein­druck hat wur­de im typi­schen Black+Decker-Design ent­wor­fen.

Das Zube­hör ist aus­rei­chend vor­han­den und wird direkt am Gerät ver­staut. Eine Tasche wird nicht mit­ge­lie­fert, dafür hat der Kom­pres­sor einen Tra­ge­griff.

Die­ser Kom­pres­sor ist eben­falls selbst­er­klä­rend und ver­fügt über drei Betriebs­mo­di. Es wird näm­lich nicht nur zwi­schen Rei­fen­druck und Spiel­zeug­druck unter­schie­den, son­dern der Kom­pres­sor hat auch einen Abpump-Modus, um ein grö­ße­res Spiel­zeug schnel­ler leer zu bekom­men.

Die Ein­stel­lung des Drucks ist intui­tiv mög­lich, man muss ledig­lich beach­ten, dass die rich­ti­ge Ein­heit gewählt wird, da der Kom­pres­sor nach dem Ein­schal­ten den Druck immer in PSI anzeigt. Der erfor­der­li­che Druck wird erreicht, wobei der Kom­pres­sor immer ein wenig zu viel in den Rei­fen pumpt bevor er sich abschal­tet. Dies ist aller­dings nicht tra­gisch.

Der Adap­ter wird auf das Ven­til geklemmt und ist recht ein­fach zu bedie­nen. Beim Abma­chen vom Ven­til muss ledig­lich der schwar­ze Hebel umge­klappt wer­den und der Adap­ter flutscht qua­si von allein vom Ven­til. Für Men­schen mit einer ein­ge­schränk­ten Hand­funk­ti­on sehr ein­fach zu bedie­nen.

Es muss beach­tet wer­den, dass der Strom­an­schluss über einen KFZ-Ste­cker erfolgt. Um den daheim nut­zen zu kön­nen, ist ein KFZ-Netz­ad­ap­ter not­wen­dig. Gleich­zei­tig ist es natür­lich mög­lich, den Kom­pres­sor über ein KFZ-Ziga­ret­ten­an­zün­der zu nut­zen. In die­sem Zusam­men­hang ist es wich­tig zu wis­sen, dass das Kabel zwar rela­tiv lang, aber für die Hin­ter­rä­der eines grö­ße­ren KFZ grenz­wer­tig kurz ist.

Für das Auf­pum­pen der Roll­stuhl­rei­fen ist der Kom­pres­sor sehr gut geeig­net, zumal er über den Strom­be­trieb nicht schnell schlapp­macht.

kompressor vergleich

An die­ser Stel­le der Hin­weis, dass die­ser Test unter­schied­li­cher Kom­pres­so­ren nur exem­pla­risch sein kann. Ich woll­te zei­gen, welch unter­schied­li­che Typen von Kom­pres­so­ren es gibt und was deren grund­sätz­li­chen Vor- und Nach­tei­le sind.

Fazit

Ich nut­ze den Black+Decker mit einem Strom-Adap­ter haupt­säch­lich für die Kon­trol­le der Luft­drü­cke in den Rei­fen. Gleich­zei­tig ist er gut geeig­net, um mal einen Ball oder ande­res Equip­ment mit aus­rei­chend Luft zu ver­sor­gen. Wenn ich unter­wegs oder im Urlaub bin, kommt der Bosch-Kom­pres­sor zum Ein­satz, auch wenn das Hand­ling etwa schwie­ri­ger ist. Durch sei­ne kom­pak­te Bau­wei­se lässt er sich leicht trans­por­tie­ren. Gar nicht zu emp­feh­len ist der Brand­son Kom­pres­sor.

Wer­bung

Dies sind Affi­lia­te-Links. D.h., dass ich eine klei­ne Pro­vi­si­on erhal­te, wenn über einen Klick auf die­se Pro­dukt­links, sel­bi­ges gekauft wird. Auf den Preis hat dies kei­ne Aus­wir­kung.

Es heißt, wer mit einer chro­ni­schen sel­te­nen neu­ro­mus­ku­lä­ren Erkran­kung lebt, muss für die­se selbst zum Exper­ten wer­den. Es gibt aber auch vie­le Über­schnei­dun­gen zu ande­ren Erkran­kun­gen, wes­halb ich alle Bei­trä­ge, die im Zusam­men­hang mit mei­ner Erkran­kung ent­stan­den, auf einer eige­nen Sei­te zusam­men­ge­stellt habe. Dort beschrei­be ich nicht nur den Weg zur Dia­gno­se und wie sich die CMT äußert, son­dern auch, wie ein Schwer­be­hin­der­ten­an­trag bean­tragt wird, wel­che Stol­per­stei­ne der All­tag und die Berufs­welt für behin­der­te Men­schen bereit­hält und ich gehe das ganz gro­ße The­ma Hilfs­mit­tel an. Wie fin­de ich das pas­sen­de Hilfs­mit­tel und wie bean­tra­ge ich es?

Zu mei­ner Über­sicht.

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