Mit dem Rollstuhl im Spreewald. Teil 1: Die Unterkunft

Was Öster­reich kann, kann Deutsch­land schon lan­ge. Lei­der. Es geht näm­lich dar­um, dass eine gesam­te Regi­on nicht bar­rie­re­frei ist. In die­sem Fall der Spree­wald. Das Trau­ri­ge dabei ist weni­ger der Umstand als sol­ches, son­dern der feh­len­de Wil­le, Bar­rie­ren zu redu­zie­ren.

Wer in die­ser Regi­on als mobi­li­täts­ein­ge­schränk­ter Urlau­ber gestran­det ist, kann die geeig­ne­ten Aus­flugs­zie­le an einer Hand abzäh­len, wes­halb es Sinn macht, den Erkun­dungs­ra­di­us zu ver­grö­ßern. Ich wer­de in die­sem Bei­trag etwas zu unse­rer Unter­kunft schrei­ben und in einem wei­te­ren ein paar Aus­flugs­zie­le zei­gen.

Wer nach einer bar­rie­re­frei­en Feri­en­woh­nung im Spree­wald sucht, wird rela­tiv schnell auf den Fuchs­bau in Senf­ten­berg sto­ßen. Es hat bei­nah den Anschein, als wäre dies die ein­zi­ge bar­rie­re­freie Feri­en­woh­nung in der Regi­on. Des­halb bli­cke ich aus­nahms­wei­se etwas genau­er auf die­se Woh­nung, denn auch die­se hat ein paar Hür­den.

Der Fuchs­bau in Senf­ten­berg ist eine bar­rie­re­ar­me Unter­kunft. War­um nur bar­rie­re­arm?

Am Ein­gang führt eine klei­ne Ram­pe direkt in die Woh­nung. Roll­stuhl­fah­rer wer­den das Pro­blem die­ser Ram­pen ken­nen. Man muss oben auf der Schrä­gen ste­hen­blei­ben, die Türe auf­schlie­ßen, die Türe nach innen öff­nen und dann von der Schrä­gen los­fah­ren oder sich zurück­rol­len las­sen, um dann mit Schwung hoch­zu­kom­men. Dies wäre in der Theo­rie mög­lich, da die Türen kei­nen Schließ­me­cha­nis­mus haben und offen ste­hen­blei­ben.

Ich selbst konn­te im Aktiv­roll­stuhl mit Zusatz­an­trieb die­se Auf­ga­be nicht meis­tern. Die Ram­pe ist zudem gefliest, was dazu führt, dass die Ram­pe sehr glatt wird, wenn es gereg­net hat. Also brauch­te ich immer eine Hilfs­per­son, die mir in die Woh­nung hel­fen muss­te.

Im Bad gibt es auf den ers­ten Blick zwar aus­rei­chend Platz, aber nicht für jeden Roll­stuhl­fah­rer. Die Ein­schrän­kun­gen:

  • Es ist nicht mög­lich, neben das WC zu fah­ren.
  • Es gibt kei­ne Hal­te­grif­fe am WC
  • und einen an der Dusche, dem ich nicht mein Kör­per­ge­wicht zutraue.
  • Das Wasch­be­cken ist lei­der nicht unter­fahr­bar.

Die Küche ist sehr spar­ta­nisch. Ein auf­wän­di­ges Gericht lässt sich mit zwei fes­ten und einer mobi­len Herd­plat­te kaum anrich­ten. Der Pott Nudeln wird aller­dings funk­tio­nie­ren.

Auch im Schlaf­zim­mer muss der Rol­li­fah­rer rela­tiv mobil sein. Die Bet­ten sind hoch, weil es Box­spring­bet­ten sind. Dadurch sind die Bet­ten nicht unter­fahr­bar, wes­halb Lif­ter nicht ein­ge­setzt wer­den kön­nen.

Es ist nur der unte­re Teil der Woh­nung für Roll­stuhl­fah­rer nutz­bar. Die Bil­der im Inter­net sind manch­mal irre­füh­rend, weil bei­de Feri­en­woh­nun­gen gezeigt wer­den. Es wäre bes­ser, wenn die Fotos für jede Woh­nung sepa­rat gezeigt wer­den wür­de.

Aller­dings gibt es im Spree­wald kaum alter­na­ti­ve Feri­en­woh­nun­gen für Roll­stuhl­fah­rer.

 

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