[Tabuthema] Ich will keine Kinder!

Es gibt ein Phä­no­men, das nennt sich “Reg­ret­ting Mother­hood”. Damit ist gemeint, dass Müt­ter es bereu­en, Mut­ter gewor­den zu sein. Das glei­che gibt es natür­lich auch bei Vätern, nur mit dem Unter­schied, dass der deut­sche Staat und die deut­sche Gesell­schaft es Vätern ein­fach macht, sei­ne Kin­der und sei­ne Fami­lie im Stich zu las­sen. Und das kann ich sagen bzw. schrei­ben als Vater von drei Kin­dern.

Da liegt es doch auf der Hand, wenn Frau­en oder Män­ner von vorn­her­ein sich gegen Kin­der ent­schei­den. Sei es, weil Deutsch­land bzw. die deut­sche Gesell­schaft kin­der­un­freund­lich ist oder weil man sich ein­re­det, damit etwas für das Kli­ma zu tun oder weil Kin­der nicht in die per­sön­li­che Weg­pla­nung passt. Ich bin grund­sätz­lich dafür, dass der Wil­le von erwach­se­nen Men­schen respek­tiert wer­den soll­te, so dass es im Grun­de genom­men, kei­ne Recht­fer­ti­gung geben soll­te, Kin­der grund­sätz­lich abzu­leh­nen.

Kin­der ver­än­dern das eige­ne Leben! Und zwar in einer Art und Wei­se, die man sich im Vor­feld nicht klar­ma­chen oder vor­stel­len kann. Kin­der stel­len das Leben auf den Kopf und die Bezie­hung auf die Pro­be. Dafür ist es im Gegen­zug kaum zu beschrei­ben, was für ein Hoch­ge­fühl es ist, an einem Tag die Woh­nung zu zweit zu ver­las­sen und weni­ge Stun­den spä­ter zu dritt zurück­zu­kom­men. Nur um dann kur­ze Zeit spä­ter im Bett auf­zu­wa­chen und das neue Lebe­we­sen neben sich zu ent­de­cken.

Kin­der berei­chern das eige­ne Leben, stel­len aber auch eine unge­mei­ne Her­aus­for­de­rung dar. Natür­lich gab es die Momen­te, in denen der Part­ner hin­ter der Türe war­te­te, nur um einen das Kind in die Hand zu drü­cken, weil der Tag so anstren­gend war. Das zeigt, dass der Spruch “klei­ne Kin­der, klei­ne Sor­gen, gro­ße Kin­der, gro­ße Sor­gen” voll­kom­men dane­ben ist. Denn Eltern klei­ner Kin­der gehen hin und wie­der auf dem Zahn­fleisch, weil das Kind oder die Kin­der der­art for­dernd sind.

Aber natür­lich wer­den Kin­der grö­ßer, nur dass die Her­aus­for­de­run­gen mei­nes Erach­tens nicht grö­ßer wer­den, son­dern ein­fach nur anders. Ich selbst habe drei Kin­der und weiß, wie for­dernd der All­tag ist und wie man immer wie­der als Eltern­teil (oft­mals ver­g­leb­lich) ver­sucht, alles unter einen Hut zu bekom­men.

Ich kann da abso­lut ver­ste­hen, dass sich Erwach­se­ne dazu ent­schei­den, ein kin­der­lo­ses Leben zu füh­ren. Dabei möch­te ich beto­nen, dass ich mei­ne Vater­schaft über­haupt nicht bereue. Ich mache es aber auch nie­man­den zum Vor­wurf, wenn er sich gegen Kin­der ent­schei­det (solan­ge Deutsch­land dadurch nicht noch kin­der­un­freund­li­cher und fami­li­en­feind­li­cher wird). Ich bin für das Recht am eige­nen Kör­per (auch wenn es natür­lich Gren­zen gibt).

Natür­lich muss eine sol­che Ent­schei­dung wohl­be­dacht sein und man muss sich vor Augen hal­ten, dass sich manch­mal eine Mei­nung auch ändern kann. Ich woll­te z.B. auch lan­ge Zeit kei­ne Kin­der haben und habe mei­ne kin­der­lo­se Frei­heit genos­sen. Bis der Wunsch nach und nach gewach­sen ist, doch Kin­der zu bekom­men. Bei mir war es so, dass ich noch bis Ende 20 mich gegen Kin­der aus­ge­spro­chen habe und mit 34 Jah­ren bei der Geburt mei­nes ers­ten Sohns dabei war. Was neben­bei bemerkt der über­wä­tigs­te Moment in mei­nem Leben war und ich mich (im Gegen­satz zu mei­ner Frau) noch voll und ganz dar­an erin­nern kann, wie er auf die Welt kam.

Ich habe mich als Vater dazu ent­schie­den, dass ich kei­ne wei­te­ren Kin­der mehr haben möch­te. Ein Recht, dass ich auch kin­der­lo­sen Män­nern und Frau­en zuge­ste­he. Man mag nun dar­über strei­ten, wer für die Kos­ten auf­kommt. Immer­hin ist die Ste­ri­li­sa­ti­on bzw. Vas­ek­to­mie für ein Paar deut­lich güns­ti­ger als alle ande­ren Ver­hü­tungs­me­tho­den. Aktu­ell müs­sen die Kos­ten selbst getra­gen wer­den. Wie eine Vas­ek­to­mie abläuft, habe ich in einem eige­nen Bei­trag geschrie­ben.

Einen inter­es­san­ten Bei­trag zu die­sem The­ma fin­det sich in der ZDF-Media­thek. Das Video ist bis zum 05.01.2030 ver­füg­bar.

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