Verteidigung der Demokratie

Wäh­rend mei­nes Reha-Auf­ent­halts 2025 sind mir erstaun­lich vie­le AfD-Wäh­ler über den Weg gelau­fen. Das wür­de schnell klar, wenn es zu den Mahl­zei­ten um poli­ti­sche The­men ging. Wäh­rend der Gedenk­fei­er am 09.11. ange­sichts der Pogro­me in Deutsch­land und dem Fall der Mau­er hat­te unser Bun­des­prä­si­dent Frank Wal­ter Stein­mei­er sehr tref­fend gesagt, dass jeder in sei­nem All­tag die Demo­kra­tie ver­tei­di­gen kön­ne. Dies hat­te er geäu­ßert auf die Fra­ge, was denn der Ein­zel­ne über­haupt errei­chen kön­ne.

Der Ein­zel­ne kann in einer geleb­ten Demo­kra­tie sehr viel errei­chen. Was neben­bei bemerkt auch für den Kli­ma­schutz gilt, wes­halb die Äuße­rung des Bun­des­kanz­lers Fried­rich Merz falsch ist, dass Deutsch­land nur wenig zur Umwelt­ver­schmut­zung bei­tra­ge und des­halb nicht die Vor­rei­ter­rol­le über­neh­men müs­se.

Wie so oft kön­nen Extre­mis­ten mit Sach­ar­gu­men­ten nicht umge­hen. Hier mal ein paar Bei­spie­le. Wenn es z.B. um die „Sozi­al­schma­rot­zer“ geht, ver­ges­sen die meis­ten „AfD-Pati­en­ten“ der Reha-Kli­nik, dass sie in den Augen der Par­tei ja selbst zu den Sozi­al­schma­rot­zern gehö­ren, vor allem, wenn sie die Behin­de­rung in die Früh­ren­te zwingt. Eine ein­fa­che Suche im Inter­net macht klar, dass die AfD ange­bo­re­ne Behin­de­rung als Ergeb­nis von Inzucht betrach­ten und dass behin­der­te Men­schen nicht in zur „natio­na­lis­tisch-völ­ki­scher Ideo­lo­gie“ pas­sen, die die AfD pro­pa­giert. Und nicht umsonst bezeich­net Björn Höcke Inklu­si­on als einen „Irr­weg“.

Auch die Zuwan­de­rung und die „Remi­gra­ti­on“ sind gern gese­he­ne The­men. Ein Blick in die USA zeigt, was pas­siert, wenn die Zuwan­de­rer aus dem Land geschmis­sen wer­den. Denn nun wun­dern sich die Bür­ger der USA, dass der Ser­vice an sehr vie­len Stel­len plötz­lich schlech­ter gewor­den ist, wenn z.B. zu wenig Bedie­nun­gen in der Gas­tro­no­mie tätig sind oder wenn die Toi­let­ten­an­la­gen nicht mehr so sau­ber sind.

Auch wird gern igno­riert, dass die Bevöl­ke­rung Deutsch­lands seit den 70er Jah­ren zurück­ge­gan­gen wäre, gäbe es nicht die Zuwan­de­rer. Oder dass Deutsch­land für sein Wirt­schafts­wun­der zwin­gend auf „Gast­ar­bei­ter“ ange­wie­sen war.

Es sind genau jene Pati­en­ten AfD-Wäh­ler oder Men­schen mit extre­mis­ti­schem Gedan­ken­gut, die sich nach einem Schlag­an­fall in die Rau­cher-Kabi­nen im Außen­be­reich schlep­pen, um dort wei­ter ihrem Las­ter zu frö­nen. Soll­ten dann nicht Stim­men laut wer­den, dass die­se Pati­en­ten wenigs­tens an einem Rau­cher­ent­wöh­nungs­kurs ver­pflich­tend teil­neh­men müs­sen? Soll­te die­sen Men­schen nicht klar­ge­macht wer­den, dass nicht die ande­ren dem deut­schen Sozi­al­sys­tem auf der Tasche lie­gen, son­dern sie selbst?

Genau hier kann sich der Ein­zel­ne für die Demo­kra­tie stark machen, und wert­schät­zen, was die Men­schen an einem Land wie Deutsch­land haben. Und dass der Deut­sche sei­ne Demo­kra­tie stär­ken muss, damit unser Wohl­stand und unser Lebens­stan­dard erhal­ten blei­ben.

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