Das ABC der Farbe

Direkt im Vor­wort schreibt Mar­kus Wäger, dass Schwarz und Weiß Far­ben sind. Wer ande­rer Mei­nung ist, soll­te das Buch nicht gleich zuklap­pen, denn auf die­sen Aspekt geht er spä­ter kon­kret ein.

„Phy­si­ka­lisch oder phi­lo­so­phisch mag man die Fra­ge, ob Schwarz, Weiß und Grau Far­ben sind, beant­wor­ten, wie man will. Psy­cho­lo­gisch hin­ge­gen sind die­se drei eben­so visu­el­le Emp­fin­dun­gen wie jede ande­re Far­be, und wie soll­ten wir sie sonst nen­nen, wenn nicht Far­ben?“
(Sei­te 86)

Und sei­en wir ehr­lich, eben­so wie wir Bir­nen in Lam­pen­fas­sun­gen dre­hen, sind nicht nur im foto­gra­fi­schen All­tag die „Unfar­ben“ eben doch Far­ben. Auch soll­te sich der Korin­then­aus­wer­fer nicht an Klei­nig­kei­ten stö­ren wie z.B. Aus­drü­cken wie „in keins­ter Wei­se“ oder wenn links mit rechts ver­wech­selt wird. Das wäre eine Reduk­ti­on des Inhalts die­ses Buchs auf das Unwe­sent­li­che, aber weil die Foto­gra­fie unpro­por­tio­nal vie­le Trol­le anzieht, stel­le ich die­sen Aspekt direkt an den Anfang mei­ner Buch­vor­stel­lung.

Dabei rich­tet sich das Buch gar nicht pri­mär an Foto­gra­fen, son­dern an jeden, der in irgend­ei­ner Art und Wei­se mit Far­ben zu tun hat. Far­ben haben näm­lich die Eigen­schaft, sich jeg­li­cher Stan­dar­di­sie­rung zu ent­zie­hen, und wer­den zudem von jedem anders wahr­ge­nom­men. Trotz­dem schafft es der Mensch, sich auf bestimm­te Kon­ven­tio­nen zu eini­gen. Um ein voll­um­fäng­li­ches Bild zu erhal­ten beginnt der Autor mit den phy­si­ka­li­schen Grund­la­gen und wech­sel lang­sam aber ste­tig in die phi­lo­so­phi­sche Wahr­neh­mung, um am Ende in der Tech­nik zu lan­den.

Selbst­ver­ständ­lich lan­det der Autor auch immer wie­der in der Foto­gra­fie, aber jeder, der sein Foto mit haus­halts­üb­li­chen Mit­teln aus­ge­druckt hat bzw. hat aus­dru­cken las­sen, wird bemerkt haben, dass die gedruck­ten Fotos anders aus­se­hen als auf dem Bild­schirm der Kame­ra oder auf dem Moni­tor. Was für ein Fami­li­en­al­bum noch ver­schmerz­bar ist (oder sein könn­te), ist es für vie­le ande­re Berei­che nicht. Als ambi­tio­nier­ter Hob­by­fo­to­graf sind vie­le Aspek­te wich­tig und auch für mei­ne Gestal­tung wich­tig, vie­le The­men sind hin­ge­gen etwas zu viel des Guten, was ich als Auf­wer­tung mei­nes All­ge­mein­wis­sens aber gern ange­nom­men habe.

Es geht in die­sem Buch nicht dar­um, wie Fotos gestal­tet wer­den, damit sie bestimm­te Wir­kun­gen erzie­len, son­dern es geht ein­zig und allein um die Far­ben und ihre Wir­kun­gen. Wer wis­sen möch­te, wie er die­se am bes­ten vor die Lin­se bekommt, muss zu ande­ren Büchern grei­fen. Den­noch fin­de ich das Buch hoch­span­nend, denn obwohl mir vie­le Aspek­te schon bekannt waren, so gab es doch vie­le neue Aspek­te aus der Welt der Far­ben, die mei­nen Blick signi­fi­kant erwei­tert haben. Des­halb kann ich die­ses Buch nur jedem emp­feh­len, der in irgend­ei­ner Art und Wei­se mit Far­ben arbei­tet.

cover

Titel: Das ABC der Far­be: Theo­rie und Pra­xis für Gra­fik und Foto­gra­fie
Autor: Wäger, Mar­kus
Gen­re: Rat­ge­ber
Sei­ten­zahl: 408
Ver­lag: Rhein­werk Ver­lag

Die­ses Buch wur­de zuerst auf mei­nem Buch­blog vor­ge­stellt.

Die­ses Buch wur­de mir freund­li­cher­wei­se in elek­tro­ni­scher vom Ver­lag zur Ver­fü­gung gestellt. Wei­te­re Hin­wei­se zu Rezen­si­ons­exem­pla­ren fin­den sich im Bereich “Über die­sen Blog” mei­nes Schwes­ter­blogs.

Die Ver­wei­se zu Ama­zon sind mit Affi­lia­te-Links (Link zum Buch) ver­se­hen. Das heißt, dass mit einem Kauf über einen die­ser Links, ich von Ama­zon eine klei­ne Pro­vi­si­on erhal­te. Auf den Preis hat das kei­ne Aus­wir­kung.

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