Der eufy RoboVac X8 Saugroboter mit Lasernavigation

Die Szenen wiederholen sich. Es scheint, als haben sich die Hersteller von Saugrobotern darauf geeinigt, wie ihre Geräte verpackt werden. Also, Karton auf, Deckel herausheben und schon wird der Blick auf den eufy Robovac 8 frei. Die Ladestation muss wie immer an einer freien Stelle an einer Wand platziert werden, wobei ausreichend Abstand zu Nebenobjekten gelassen werden muss, damit der Roboter später Platz zum Navigieren hat. Das Kabel kann wie bei anderen Herstellern auch komfortabel in der Ladestation aufgewickelt werden.

Damit der Akku auf volle Leistung kommt, muss auch dieser Saugroboter zuerst vollständig aufgeladen werden. Dies erledigt man am Besten als erstes und wirft erst anschließend einen Blick in die Anleitung. Die Installation ist denkbar einfach, denn dieser Roboter baut kein eigenes WLAN auf, in das sich das Smartphone einbinden muss, sondern die benötigten Infos werden einfach via Bluetooth übermittelt.

Anschließend muss auch der Robovac einmal alle Zimmer durchsaugen, um eine Karte zu erstellen. Auf diese Funktion werden wir später etwas mehr im Detail eingehen.

Fahrmodus

Was mir bisher bei allem Saugrobotern aufgefallen ist, dass es keinen “Kartenmodus” oder ähnliches gibt. Warum gibt es keinen Modus, in dem der Saugroboter einfach nur durch die Wohnung fährt und die Räume erfasst? Das wäre nicht nur für die Erstinstallation einfacher, sondern auch bei der Problemlösungen. Stattdessen wird immer gleich das gesamte Reinigungsprogramm abgefahren, was aber total unsinnig ist, wenn einfach nur eine neue Karte erstellt werden soll.

Bei der ersten Reinigungsfahrt kann es passieren, dass das Saugroboter etwas kräftiger gegen ein Hindernis fährt. Ist die Karte erstmal erfasst, meidet der Roboter konsequent solche Anstöße und fährt zielsicher an den Kanten vorbei. Manchmal lässt er aber ein bisschen zu viel Platz und fährt nicht exakt an Kanten vorbei, so dass dort Bereiche bleiben, in denen nicht gesaugt wurde. Dieser Umstand ist der ungenügenden Raumerfassung geschuldet. (Wie gesagt, dazu später mehr.)

Wenn ein Möbelstück gerade so für den Saugroboter unterfahrbar ist, so fährt er sehr kräftig gegen den Sensor. Und mit kräftig meinen wir auch kräftig, denn der Saugroboter hebt sich bei so einer Aktion von einer Seite hoch. Wir haben sowohl eine Kommode als auch Stühle, bei denen das der Fall ist. Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass das der Saugroboter besonders lange durchmacht.

Der Saugroboter ist zwar schön flach, aber er erkennt nicht, wenn sein Sensor potentiell hängenbleibt und fährt sehr heftig gegen diesen. Wie lange dieser das aushält, konnten und wollten wir nicht ausprobieren.

Reinigungsleistung

Wir haben uns bewusst für einen Saugroboter entschieden, der sich auf das Saugen beschränkt. Die Saugroboter, die zusätzlich über eine Wischfunktion verfügen, scheiterten bisher alle, was hauptsächlich daran liegt, dass beim Wischen des Bodens, der Wischmobb (oder was auch immer verwendet wird) zwischendurch ausgewrungen und gesäubert werden muss. Auch sind Teppiche und Türschwellen oftmals ein Problem für Wischroboter. Bestenfalls wird der Dreck gleichmäßig verteilt und ist somit weniger sichtbar. Hartnäckige Flecken (über die der Wischmensch mehrmals drübergeht, bis der Fleck weg ist) können Wischroboter für gewöhnlich nicht entfernen.

Aber zurück zur Saugleistung unseres eufy. In der Standardleistung “Power” ist das Reinigungsergebnis nicht optimal. Ein vollgekrümmelter Frückstücksboden ist mit dieser Saugleistung nicht ordentlich sauber und es finden sich immer wieder Reste der Mahlzeit auf dem Boden. Im “Turbo-Modus” wird das Reinigungsergebnis schon besser, optimal wird es aber für eine stärkere Verschmutzung nur mit dem “Maximalmodus”. Und selbst da kann es passieren, dass der ein oder andere Brotkrumen nicht den Weg in den Saugroboter findet. Hier leisten Vergleichsprodukte aus diesem teureren Marktsegment eine etwas bessere Reinigungsleistung. Für einen durchschnittlichen Saugvorgang, um einfach nur die Staubflusen aufzusaugen, reicht die Saugleistung hingegen voll und ganz aus.

Lautstärke

Der Saugroboter hat insgesamt vier Saugstufen. Es ist logisch, dass die Lautstärke zunimmt, je höher die Saugleistung eingestellt ist. Zusätzlich hat er eine BoostIQ-Funktion, die automatisch erkennen soll, wann eine höhere Saugleistung notwendig ist. Diese Funktion hat bei unserem Saugroboter allerdings nicht reproduzierbar funktioniert. Es ist also nicht so, dass der Saugroboter auf einem Teppich automatisch eine höhere Saugleistung eingestellt hat.

Das Sauggeräusch ist auf allen Stufen nicht unangenehm. Es gibt kein Pfeifen oder sonstig störendes Geräusch. Er ist auf höchster Saugleistung auch nicht lauter als ein Bodenstaubsauger. Im Standard-Modus ist die Lautstärke vollkommen okay.

Probleme

Auch dieser Saugroboter ist nicht frei von Fehlern. Der erste Fehler der auftrat, war ein plötzliches Stehenbleiben bei einem geringen Akkustand. Anstelle zur Ladestation zurückzufahren blieb er stehen und hat via App darüber informiert, dass er aufgeladen werden müsste. Erst als er via App zur Station zurückgeschickt wurde, ist er dorthin gefahren (ja, die Auto-Return-Reinigung ist in der App aktiviert gewesen).

Das zweite Problem: Bei der ersten Erstellung der Karte wurden nicht alle Räume erfasst. Weil diese nicht aufgeräumt waren, mussten die Zimmertüren geschlossen bleiben. Nach dem Aufräumen sollten die Räume hinzugefügt werden. Dies war jedoch in keinem einzigen Modus möglich.

Dieses Problem besteht auch dann, wenn bei der ersten Erfassung eine Kiste o.ä. im Weg stand, die anschließend weggeräumt wird. Auch hier merkt sich der Roboter diese Kiste und fährt auch dann nicht über diesen Bereich, wenn die weggeräumt wurde. Das ist in meinen Augen ein größeres Manko, denn in einer Wohnung ist es nie so steril und der Saugroboter muss eindeutig in der Lage sein, neue „Lücken“ in der Karte zu entdecken und anzufahren.

Ein weiteres Kuriosum: Aus was für Gründen auch immer, hat der Saugroboter bei der Erfassung der Räume nicht erfasste Stellen hinterlassen, obwohl dort nichts ist. Dies sind Stellen im Raum, die auf der Karte dunkel dargestellt werden. Offensichtlich hat der Saugroboter dort ein Hindernis erfasst, obwohl die Stelle komplett frei war. Auch wenn weit und breit kein Hindernis in Sicht ist, so fährt der Saugroboter anschließend konsequent um diese Stellen herum, anstatt zu erkennen, dass dort nichts ist und die Karte zu aktualisieren. Eine Logik lässt sich hier nicht erkennen. 

Auf dem Video sehr schön zu sehen, dass der Saugroboter einfach geradeaus fahren könnte, aber dem imaginären Hindernis ausweicht.

Laut dem Support ist die einzige Möglichkeit, dies zu beheben, die komplette Karte neu zu erstellen.

Damit geht es weiter. Wenn ich eine aktuelle Karte lösche, damit der Saugroboter eine neue erstellt, so erkennt er, wo er ist und holt sich die gelöschte Karte wieder zurück. In diesem Fall wenig sinnvoll. Man muss also den Saugroboter auf den Werkzustand zurücksetzen, damit er in der Lage ist, eine neue Karte zu erstellen.

Diese beiden Reinigungsverläufe verdeutlichen den Fehler. Auf der linken Seite ist sehr schön zu sehen, dass der Laser des Saugroboters die Räume zwar erfasst, diese aber nicht der Karte hinzufügt. Auf der rechten Seite ist gut zu erkennen, dass der Saugroboter manuell in die erfassten Bereiche gefahren werden kann, um eine manuelle Reinigung zu starten. Aber es ist nicht möglich, diese Bereiche nachträglich automatisch reinigen zu lassen.

Fazit

Wir haben den Saugroboter zwar über eine Aktion günstiger erhalten, aber so ist sein Verhalten nicht akzeptabel. Ohne eine vernünftige Karte ist eine Reinigung kaum möglich. Den Roboter manuell in die zu reinigenden Bereiche zu fahren, ist eher eine Zumutung.

Leider kommt hinzu, dass der Support total überlastet ist (was auch nicht unbedingt für die Qualität der Geräte spricht) und nur sehr zögerlich antwortet. Leider gestaltet sich dadurch auch die Rückabwicklung nur mühsam und alles andere als kundenfreundlich.

Auch der eufy RoboVac X8 ist nicht dauerhaft in unserer Wohnung geblieben und musste den Weg zurück zum Hersteller antreten.

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