Behindert!

Mitt­ler­wei­le haben sich eini­ge Bei­trä­ge auf mei­nem Blog ange­sam­melt, die ich im Zuge mei­ner pro­gres­si­ven neu­ro­mus­ku­lä­ren Erkran­kung hier ver­öf­fent­licht habe. Ger­ne schrei­be ich kur­ze Berich­te, die ich dann in Form einer Rei­he hier auf dem Blog ver­öf­fent­li­che. Bei man­chen The­men gibt es irgend­wann ein Ende, ande­re sind fast uner­schöpf­lich. Die­se Sei­te dient der Über­sicht.

Mitt­ler­wei­le habe ich eine neue Über­sichts­sei­te erstellt.

Die Diagnose und Allgemeines zu HMSN

Chro­nisch Kran­ke berich­ten immer das gleich. Der Weg zur Dia­gno­se ist oft­mals sehr stei­nig und geprägt von Miss­ver­ständ­nis­sen und Igno­ranz. In einem Bei­trag beschrei­be ich, wie ich zu mei­ner Dia­gno­se gekom­men bin. 

Der Pati­ent wird nicht ernst­ge­nom­men, die Beschwer­den her­un­ter­ge­spielt und vie­le Ärz­te hin­ter­las­sen den Ein­druck, als hät­ten sie gera­de kei­nen Bock auf die­sen Pati­en­ten, der nicht nach Sche­ma F funk­tio­niert und in kei­ne Schub­la­de passt.

Wenn man dann irgend­wann eine Dia­gno­se erhält, dann macht es Sinn, Infor­ma­tio­nen zu die­ser Erkran­kung zu suchen. Des­we­gen gibt es auf die­sem Blog die Bei­trä­ge CMT im All­ge­mei­nen und HMSNX und ich. Viel­leicht hel­fen die­se Bei­trä­ge auch, Ange­hö­ri­gen zu erklä­ren, was HMSN bzw. CMT für den Betrof­fe­nen bedeu­tet.

Das erklärt auch, wes­halb es für Betrof­fe­ne wich­tig ist, ihrer Erkran­kung einen Namen zu geben. Nicht wenig treibt näm­lich den Betrof­fe­nen der Gedan­ke um, ob die Erkran­kung nicht the­ra­pier­bar ist, wüss­te man nur, was man hat.

Sind bei einer Erkran­kung Ner­ven betrof­fen, dann bleibt es nicht aus, dass der Betrof­fe­ne Schmer­zen hat. CMT und der Schmerz wirft einen Blick auf die­se Fol­gen der Krank­heit.

Ich habe begon­nen, Bei­trä­ge zu schrei­ben, in denen ich den Umgang mit mei­ner Krank­heit beschrei­be. Mit der Löf­fel­theo­rie lässt sich der Ener­gie­haus­halt eines chro­nisch Kran­ken gut beschrei­ben. Ergänzt wird die­se Beschrei­bung durch die Gabel­theo­rie und die Mes­ser-Hypo­the­se. Ein Besteck­kas­ten für Behin­der­te!

Etwas all­ge­mei­ner ist der Bei­trag über die Situa­ti­on chro­nisch kran­ker Men­schen in Deutsch­land gehal­ten. Denn nicht nur Men­schen mit HMSN kämp­fen mit Behör­den und Kos­ten­trä­gern, son­dern jeder chro­nisch Erkrank­te.

Der Schwerbehindertenantrag

Wer von einer chro­ni­schen Krank­heit betrof­fen ist, zögert die­sen Schritt sehr lan­ge her­aus. Dabei gibt es über­haupt kei­nen Grund dafür, eine Schwer­be­hin­de­rung nicht zu bean­tra­gen. Sie muss nie­man­dem ange­zeigt wer­den, wenn man dies nicht möch­te. Sie hat aber eini­ge Vor­tei­le, wenn sie aner­kannt wird. Ich habe drei Bei­trä­ge zu die­sem The­ma ver­fasst, wobei ich auch auf die Mög­lich­keit eines Wider­spruchs ein­ge­he. Auch eine Neu­be­wer­tung ist vor allem bei pro­gres­si­ven Erkran­kung von Bedeu­tung.

Der behinderte Arbeitnehmer

Immer wie­der höre ich in den Medi­en, dass ein Fach­kräf­te­man­gel herrscht. Nur, war­um wer­den dann kei­ne Men­schen ange­stellt, die irgend­ei­ne Art von Behin­de­rung haben? War­um ist die Arbeits­lo­sen­quo­te inner­halb der schwer­be­hin­der­ten Men­schen so hoch?

Ich habe in mei­nen Bei­trä­gen ein paar eige­ne Erfah­run­gen und Erfah­run­gen ande­rer Betrof­fe­ner gebün­delt.

Ja, das kann pas­sie­ren: Und dann bewirbt er sich doch: Der Schwer­be­hin­der­te. Es ist egal, zu wel­chem Zeit­punkt im Bewer­bungs­pro­zess der Arbeit­neh­mer kund­tut, dass er eine Schwer­be­hin­de­rung hat. Die Reak­tio­nen sind oft­mals erschre­ckend ähn­lich. Über etwas ähn­li­ches schrei­be ich in dem Bei­trag “Im Job ohne Gren­zen?

Der Antragswahn bei der DRV

Ich kann nur die Kopf schüt­teln über den Antrags­wahn bei der deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung. Kei­ne öffent­li­che Stel­le erfüllt alle Kli­schees einer Behör­de so sehr wie die DRV. Da ich noch voll berufs­tä­tig bin, ist die DRV für mei­ne Reha, mei­ne Hilfs­mit­tel am Arbeits­platz und für die Fahr­zeug­um­rüs­tung zustän­dig.

Von meh­re­ren Sei­ten habe ich gehört, dass auch die DRV (wie auch schon die Kran­ken­kas­sen) zuneh­mend Anträ­ge ver­schleppt, ablehnt oder sonst ver­zö­gert. Und so wun­dert es nicht, dass ich in die­sem Fall das Sozi­al­ge­richt ein­schal­ten muss­te, um die DRV dazu zu bewe­gen, mei­ne Anträ­ge zu bear­bei­ten und schluss­end­lich zu bewil­li­gen.

Das Gan­ze habe ich als klei­ne Rei­he “Der Antrags­wahn bei der DRV” bezeich­net.

  1. Der ers­te Teil beschreibt den Beginn des Antrags­wahn­sinns. Es geht um ein Hand­be­dien­ge­rät, also eine KFZ-Hil­fe.
  2. Der zwei­te Teil offen­bart, wie trä­ge ein sol­ches Ver­fah­ren ist und wie sehr sich die DRV dreht und wen­det, um Kos­ten nicht über­neh­men zu müs­sen.
  3. Im drit­ten Teil wird die Reha bewil­ligt und die Wunsch­kli­nik akzep­tiert – und das Sozi­al­ge­richt ein­ge­schal­tet.
Ich muss aber sagen, dass wenn man die­sen Kampf gekämpft hat, die Anträ­ge deut­lich schnel­ler bear­bei­tet und auch Ein­sprü­chen eher statt­ge­ge­ben wer­den.

Nur mal kurz zur Sprache

Immer wie­der fal­len in der deut­schen Spra­che und in unse­rer Gesell­schaft Begrif­fe, über die gere­det wer­den müs­sen. Oder aber, es erhal­ten neue Begrif­fe Ein­zug in die deut­sche Spra­che und kei­ner weiß so recht, was damit gemeint ist. In mei­ner Rei­he “Nur mal kurz zur Spra­che” zei­ge ich eini­ge Bei­spie­le, was ich damit mei­ne.

  1. Im ers­ten Bei­trag zei­ge ich, was pas­sier­te, als ich eine Nut­ze­rin in einer geschlos­se­nen Face­book­grup­pe mit dem Schwer­punkt auf behin­der­te Men­schen dar­auf hin­ge­wie­sen habe, dass der Begriff “mon­go­lo­id” als Bezeich­nung für das Down Syn­drom nicht mehr zeit­ge­mäß ist und heut­zu­ta­ge eher abwer­tend ver­wen­det wird.
  2. Bei­trag zwei wid­met sich dem Begriff “Inspi­ra­ti­on Porn”.
  3. Und was genau ver­steht man unter Ableis­mus?

Der eigene Parkplatz vor der Türe

In der Groß­stadt ist der Park­raum begrenzt. Jeder Städ­ter wird es ken­nen, dass die Park­platz­su­che hier und da zu einer Gedulds­pro­be wer­den kann. Wer auf einen Roll­stuhl ange­wie­sen ist, steht vor einem grö­ße­ren Pro­blem, denn zum Ein- und Aus­stei­gen wird mehr Platz benö­tigt. So muss es z.B. zwin­gend not­wen­dig sein, dass die Türe voll­stän­dig geöff­net ist, damit der Roll­stuhl direkt neben den Sitz plat­ziert wer­den kann.

Wer in der Stadt wohnt, hat des­halb die Mög­lich­keit, einen pri­va­ten Park­platz im öffent­li­chen Park­raum zu bean­tra­gen. In zwei Bei­trä­gen zei­ge ich, wie man einen sol­chen Behin­der­ten­park­platz bean­tragt und was pas­siert, wenn die­ser ein­ge­rich­tet wur­de.

Hindernisse des Alltags

Wer sich mit dem Roll­stuhl durch eine Stadt bewegt, wird auf vie­le Hin­der­nis­se sto­ßen. Das Trau­ri­ge dar­an ist, dass die meis­ten Hin­der­nis­se ver­meid­bar sind. Des­halb zei­ge ich in einer klei­nen Rei­he, wie die Hin­der­nis­se aus­se­hen. Viel­leicht errei­che ich die nicht behin­der­ten Men­schen, die sich nicht vor­stel­len kön­nen, dass ihre Hand­lung ande­re Men­schen behin­dern. Vie­le Hin­der­nis­se ent­ste­hen aus Unwis­sen­heit und Gedan­ken­lo­sig­keit.

Hin­der­nis­se des All­tags

  1. auf der Stra­ße,
  2. beim Ver­sen­den eines Pakets mit UPS,
  3. beim Shop­pen in Köln,
  4. im Umgang mit E‑Rollern,

Hilfsmittel

Das The­ma Hilfs­mit­tel ist natür­lich hier auf dem Blog sehr prä­sent. Ohne pas­sen­des Hilfs­mit­tel wären durch eine Behin­de­rung ein­ge­schränk­te Men­schen auf­ge­schmis­sen. Es gibt auf die­sem Blog zwei Rei­hen, die sich mit den Hilfs­mit­teln befas­sen.

Die Rei­he “Du kriegst doch alles geschenkt” befasst sich mit den Hilfs­mit­tel, die nicht bewil­ligt wur­den. Die “Vor­stel­lung mei­ner Hilfs­mit­tel” umfasst nicht nur jene Hilfs­mit­tel, die mir von irgend­ei­nem Kos­ten­trä­ger finan­ziert wur­den, son­dern auch pri­vat gekauf­te Hilfs­mit­tel.

Wer zahlt eigent­lich das Hilfs­mit­tel? Es gibt meh­re­re Wege, wie ich zu einem Hilfs­mit­tel kom­me und bei wel­chem Kos­ten­trä­ger ein Hilfs­mit­tel bean­tragt wer­den kann. Wel­cher Kos­ten­trä­ger für die Über­nah­me der Kos­ten in Fra­ge kommt, hängt von zwei wesent­li­chen Fra­ge­stel­lun­gen ab: Aus wel­chem Grund benö­ti­ge ich das Hilfs­mit­tel und für wel­chen Zweck benö­ti­ge ich es.

Wie bean­tra­ge ich eigent­lich ein Hilfs­mit­tel? So ein­deu­tig ist die­ser Pro­zess gar nicht. Zu die­sem The­ma wer­de ich in einem Fol­ge­bei­trag noch ein biss­chen mehr sagen.

Die ers­ten Hilfs­mit­tel, die ich genutzt habe, waren Fuß­he­ber­or­the­sen. Im Lau­fe der Zeit waren die Orthe­sen anfangs dafür gedacht, eine leich­te Schwä­che aus­zu­glei­chen bis hin zu Orthe­sen, die auch eine schwer aus­ge­präg­te Schwä­che aus­glei­chen kön­nen.

Für vie­le Men­schen ist ein Roll­stuhl ein “Angst-Objekt”. Vie­le chro­nisch Kran­ke scheu­en sich sehr lan­ge davor, die­ses Hilfs­mit­tel zu nut­zen. Dabei ver­ken­nen sie, dass die­ser auch vie­le Frei­hei­ten zurück­bringt. Das Pro­blem bei der Anschaf­fung ist nur, dass die Kas­sen meist nur Stan­dard­mo­del­le geneh­mi­gen. Dabei müss­te ein Roll­stuhl immer auf den Anwen­der maß­ge­schnei­dert sein.

Es gibt kaum ein Hilfs­mit­tel, dass mich der­art in den All­tag inte­griert, wie die­ses Vor­spann­rad und den­noch wird es nicht von den Kran­ken­kas­sen finan­ziert. Für mich voll­kom­men unver­ständ­lich. Ich habe nicht nur einen Bei­trag zu mei­nem eige­nen Rad ver­fasst, son­dern auch eine Über­sicht zu den aktu­ell erhält­li­chen Vor­spann­rä­dern (Stand Feb 22) erstellt.

Ja, das Hand­bike ist ein sehr belieb­tes Hilfs­mit­tel, das von den Kran­ken­kas­sen abge­lehnt wird. Und gleich­zei­tig eines, dass die Unter­schie­de zwi­schen den Kos­ten­trä­gern ver­deut­licht. Wer z.B. von einer BG ver­sorgt wird, erhält oft­mals ein sol­ches Hand­bike, das durch­aus als The­ra­pie­ge­rät ange­se­hen wer­den kann.

Was macht der Roll­stuhl­fah­rer, wenn ihm der Roll­stuhl am Wochen­en­de kaputt­geht? Genau, er schaut dumm aus der Wäsche, weil es kei­nen Not­dienst gibt. Auch inter­es­siert es nie­man­den, wenn der Roll­stuhl kom­plett ver­dreckt durch die Woh­nung fährt und über­all sei­ne Spu­ren hin­ter­lässt. Ein Zweit­roll­stuhl wird von den Kas­sen näm­lich nicht geneh­migt.

Vie­le sehen einen Kom­pres­sor nicht als Hilfs­mit­tel an. Dabei ahnen sie nicht, dass Roll­stuhl­rei­fen mit 8 bar auf­ge­pumpt wer­den. Per Hand ist das den meis­ten nicht mög­lich. Des­halb muss ein Kom­pres­sor her, den kein Kos­ten­trä­ger finan­ziert.

Meine Hilfsmittel: der eMotion

Der Sopur Xenon 2 mit dem Zusatz­an­trieb eMo­ti­on von Alber war mein zwei­ter Roll­stuhl. Man kann die­sen Antrieb auch als “Rest­kraft­ver­stär­ker” ver­ste­hen, mit dem ich auch mit mei­ner Mus­kel­schwä­che vor­an­kom­me. Klappt dies nicht mehr, so kommt ein voll­elek­tri­scher Roll­stuhl zum Ein­satz. Bis­her konn­te ich eini­ge Erfah­run­gen mit dem eMo­ti­on sam­meln, die ich hier zusam­men­ge­tra­gen habe.

Mit dem eMo­ti­on von Alber gelingt es mir, mei­ne Rest­kraft zu erhal­ten und den­noch einen guten Akti­ons­ra­di­us zu haben. Nur konn­te ich lei­der kei­ne Sys­te­me tes­ten, son­dern mir wur­de der e‑motion direkt zu Beginn ans Herz gelegt und erstaun­li­cher­wei­se direkt im ers­ten Anlauf geneh­migt.

Wer den eMo­ti­on erhält, bekommt lei­der nicht die vol­le Funk­tio­na­li­tät der App gleich mit dazu. Ich habe einen Bei­trag zur App ver­fasst, in dem ich zei­ge, was in der kos­ten­frei­en Vari­an­te ent­hal­ten ist und wel­che Modu­le sich loh­nen, denn nicht jeder kann die 300 Euro auf­brin­gen, die das Gesamt­pa­ket kos­ten.

In die­sem Bei­trag habe ich Erfah­run­gen zum eMo­ti­on gesam­melt, nach­dem ich ihn zwei Jah­re genutzt habe. (Ich nut­ze ihn natür­lich noch immer). Ich bli­cke auch auf ein paar tech­ni­sche Daten und auf das, was in der Bedie­nungs­an­lei­tung geschrie­ben steht.

Es ist gar nicht mal so sel­ten, dass bei den eMo­ti­on die Spei­chen bre­chen. Wenn es nur eine ist, dann ist dies nicht so schlimm. Wenn sich hin­ge­gen die­ser Feh­ler häuft, dann ist er nicht mehr auf­zu­hal­ten. Hier mein Erfah­rungs­be­richt dazu.

Ich lebe zum Glück in einer Regi­on, in der es nicht häu­fig schneit. Den­noch muss­te ich Erfah­run­gen machen, wie sich der eMo­ti­on bei Schnee und Eis ver­hält. Wie bei allen Roll­stüh­len ist dies nicht so ohne wei­te­res mög­lich.

Wir flie­gen nur sehr sel­ten in den Urlaub. Nicht, weil es mit dem Roll­stuhl so pro­ble­ma­tisch ist, son­dern eher, weil dies eine kaum ver­tret­ba­re Umwelt­be­las­tung dar­stellt. Ich bin bis­her des­halb erst ein­mal mit dem eMo­ti­on im Flie­ger unter­wegs gewe­sen.